Zur Elektrolyse von Chlorcalcium-Lösungen

Felix Oettd
1898 Berichte der Bunsengesellschaft für physikalische Chemie  
interessante Mitteilungen iiljer die Elektrolyse von Chlorcalciumlosungen. Ich habe iiber das gleiche Thenia ebenfalls zahlreiche Versuche angestellt und zwar im Jahre. I 894 , unterliess aber schliesslich die anfangs beabsichtigte ' Veroffentlichung aus nalieliegenden technischen Griinden. Wenn ich nun auch mit meinen Ergebnissen etwas verspgtet komme und damit selbstverstandlich die Prioritat der . Herren Foerster und Bischoff nicht antasten will, so mochte ich doch die Gelegenheit benutzen,
more » ... egenheit benutzen, auch einige von meinen Beobachtungen bekannt zu geben, obschon ich es mir auch heute noch versagen muss, alle Ergebnisse und ihre Konsequenzen ' zu beruhren. Die Resultate,. welche .F. und B. erhalten haben, .stimrnen mit den meinigen nahezu vollig iiberein, auch ich betrachte als Ursache der geringen Reduktionsverluste den auf der Kathode erzeugten Kalkniederschlag, welcher die Rolle einer Membran spielt. Interessant ist dabei, dass die elektrochemische Wirksamkeit dieser Kalkmembran mit ihrer Dicke nichts zu thun hat, ich liabe sehr diinne Membranen beobachtet, welche die Kathode wie ein Hauch uberzogen und doch dabei vorzuglich wirkten, andererseits aber auch wieder solche von 2 mm Diclre, welche nichts tnugten. Eine gute Membran zu erzeugen und, was fast noch schwieriger ist, sie auch lange zu erhalten, erfordert viel Erfahrung . . und Ubung. Die, yoq pir verwendeten Chlorcalciumliisungen hatten 130-150 g Cu C?" pro Liter und waren mit etwas Kalkhydrat digeriert worden" um kleine Mengen Magnesia auszufallen. . Dre Elektrolyse bei Zimmertemperatur zur Erzeugung von Bleichlaugen lieferte mir im Mittel etwa 70% Stromausbeute, also nicht so gunstige Werte, wie sie F. und B. # i d t e n . Die meisten Versuche stellte ich jedoch bei hiiherer Temperatur an, 70.-95O C., zur Gewinnmg von Chlorateg, " Das Entweichen von freier -. unterchloriger Sgiure kann ich best2tigen. Einmai ' passierte es mir bei einem grosseren Versuch, dass sich die Lauge bis nahe zum Siedepunkt erhitzte und ein Kuhlrohr aufgesetzt werden musste; d+ darin kondensierte Wasser enthielt so viel HCZ 0, dass es eine:vorziigliche Bleichlauge abgegeben hatte! Infolge dieser Erfahrung . wurden naturlich derartig hohe Temperaturen vermieden und ausserdem etwas Kalkmilch zugesetzt, urn die wertvolle unterchlorige Sdure zuriickzuhalten. So entwichen dann nur noch Spuren von HCZO (Abweichung siehe s,pater). ' Als normales Bild einer solchen Elektrolyse mag folgender Versuch angefuhrt werden. Anode': Platinblech, Kathode: Schwarzblech. B k = B, =\ 900 A./qm. t = 7 5 0 C. Spannung 3,8-4,0 V. : . . Stunde 7 1,8 7 6 3 " 3 I ? 7997 , I 5 IS 83,' " 8 #, 81,' " 10
doi:10.1002/bbpc.18980050102 fatcat:2nape5r6yjhpljam3z3obcbtua