Bildung von Homogentisinsäure nach Aufnahme großer Mengen von I-Tyrosin per os

Emil Abderhalden.
1912 Hoppe-Seyler´s Zeitschrift für physiologische Chemie  
Die Untersuchungen von M. Wolkow und Baumann und später von Falta und Langstein haben in einwandfreier Weise bewiesen, daß als Ausgangsmaterial zur Bildung der bei der Alkaptonurie im Harn erscheinenden Homogentisinsäure die beiden aromatischen Aminosäuren der Proteine: Phenylalanin und Tyrosin in Betracht kommen. Seit dieser Feststellung ist immer wieder die Frage diskutiert worden, ob die Homogentisinsäure als ein normales Stoffwechselzwischenprodukt aufzufassen ist oder aber, ob der Abbau
more » ... er, ob der Abbau der genannten Aminosäuren deshalb ein unvollständiger bleibt, weil er in abnormer Richtung verläuft. Im ersteren Fall hätten wir eine einfache Hemmung im Abbau des Tyrosins und Phenylalanins vor uns. Es würde uns dadurch ein Zwischenprodukt des Zellstoffwechsels bekannt, das uns sonst nie entgegentritt, weil der Abbau der genannten Aminosäuren rasch bis zu einfacheren Endprodukten führt. Die Alkaptonurie ist von diesen Gesichtspunkten aus eifrig studiert worden. Die namentlich von Neubauer sehr wahrscheinlich gemachte Vorstellung über den Abbau der Aminosäuren über die entsprechenden Ketosäuren stützt sich zum Teil auf Beobachtungen, die am Alkaptonuriker erhoben worden sind. Es ist wiederholt versucht worden, durch experimentelle Erzeugung einer Alkaptonurie, d. h. einer Ausscheidung von Homogentisinsäure, die Frage nach der Natur der Stoffwechsel-Brought to you by |
doi:10.1515/bchm2.1912.77.6.454 fatcat:pjpqhqwjafejbf7c5mq5oqf6hq