XIII. Bestimmung von Feldspath im Biotitprotogin nach der Methode von Fedorow

J . Koenigsberger
1901 Zeitschrift für Kristallographie - Crystalline Materials  
Zur Erklärung der Entstehung der Kluftmineralien im Biotitprotogin des Aaremassivs war eine genaue Bestimmung des Gesteinsplagioklas erforderlich; denn das zersetzte Gestein in der Umgebung der mineralführenden Klüfte wies darauf hin, dass das Material für den darin enthaltenen Quarz und Calcit und die kalkhaltigen Zeolithe aus dem Gesteine und zwar speciell aus dem Plagioklas und dessen dynamometamorphen Zersetzungsprodueten entnommen sei. Es sollte deshalb das Verhältniss von CaO : SiO-, im
more » ... on CaO : SiO-, im Plagioklas bestimmt werden, dem dann das Verhältniss von Quarz und Calcit in der Kluft entsprechen musste. Hierfür boten sich zwei Wege: die analytische Feststellung des Kalkgehaltes und die Bestimmung des Plagioklas durch seine physikalischen Eigenschaften. Beide Wege mussten zum gleichen Ziele führen; denn bei der dynamometamorphen Umwandlung ist keine wesentliche Aenderung in der Gesammtzusammensetzung eingetreten, und der Kalkgehalt des noch vorhandenen Plagioklas und seiner Zersetzungsproduete muss gleich sein dem des früheren frischen Plagioklas. Als aber der Verf. durch die Trennung nach dem specifischen Gewichte Material zur Analyse gewinnen wollte, fiel stets mit dem noch theilweise frischen Plagioklas auch stark zersetzter Orthoklas und nur ein Theil der Zersetzungsproduete des Plagioklas aus. Demnach war die Anwendung optischer Methoden vorzuziehen; die sicherste und genaueste derselben ist die von Herrn γ. Fedorow 1 ) angegebene Theodolithmethode; mit dieser lässt sich eine Plagioklasbestimmung in ebensoviel Stunden ausführen, wie die Trennung und Analyse desselben Tage erfordert. Selbst wenn kein von Zersetzungsprodueten freies Plagioklasstück zu finden ist, versagt sie nicht, da man nur das optische Verhalten der Grundmassc zu beachten braucht, und da ein ganz kleines beliebig orientirtes Bruchstück vollkommen genügt. Die Unter-1) E. v. Fedorow, diese Zeitschi·.
doi:10.1524/zkri.1901.34.1.261 fatcat:qilpeyemhfefpijs7a4uao62ca