Von der Fiktion zum Fakt

2009 PrimaryCare  
schung, wir können unsere Fragestellungen und unser Patientengut mit einbringen und wir erhalten methodischen Support, erwerben uns die nötige Konsequenz und Kompetenz speziell in Statistik und für das Publizieren. All das sind wichtige Voraussetzungen für eine ernsthafte und ergiebige Forschungstätigkeit. Die zukünftigen jungen Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung Zum Heiraten entschliesst man sich oft auch des Nachwuchses wegen, und auch in der Hausarztmedizin ist der Nachwuchs heute mehr denn
more » ... s heute mehr denn je zu einer Schlüsselfrage geworden. Die Problematik ist Ihnen allen wohlbekannt. In weniger als zehn Jahren müssen 3000 Hausärzte ersetzt werden. Für viele Hausarztpraxen auf dem Land und teilweise auch in der Stadt können schon heute keine Nachfolger mehr gefunden werden. Wir hoffen sehr, dass wir dank dem akademischen Institut für Hausarztmedizin vermehrt junge Generalistinnen und Generalisten für die Tätigkeit als Hausarzt gewinnen können, dies dank: -Anerkennung der Hausarztmedizin als spezifische Disziplin auf demselben Niveau wie andere Spezialitäten -spezifisch auf Hausarztmedizin zugeschnittener Lehre -frühem und anhaltendem Kontakt zu den Arztpraxen während des Studiums -Begünstigung spezifischer Forschung -Ermöglichung einer akademischen Karriere auch in der Hausarztmedizin Auch unsere jungen Kolleginnen und Kollegen von der JHaS (Junge Hausärztinnen und -ärzte Schweiz) fordern ein solches Programm, da sie -wie wir -überzeugt sind, dass wir alle -Lehrende an den Universitäten, Hausärztinnen und ärzte und junge Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung -durch regelmässige und konstruktive Zusammenarbeit nur gewinnen können. Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen Heute ist ein ganz besonderer Tag. Wir haben ihn zum Tag der Hausarztmedizin erklärt, und dieses Jahr ist er ganz speziell: einerseits wegen unserer Aktionen in den Kantonshauptorten, andererseits dank der Einweihung dieses Instituts hier in Bern. Ich habe sehr gemischte Gefühle. Ich konnte meine Frustration mit allen Teilnehmenden an der Demonstration in Delémont heute früh und in Bern soeben teilen. Bei einigen habe ich sogar Zorn gespürt. Ich bin bestürzt darüber, wie ein gewisser Politiker vorgeht, provoziert und auf Konfrontation ausgeht. Ich bin beunruhigt über die Zukunft einer patientennahen Medizin, wenn man nicht wieder zum konstruktiven Dialog findet. Aber trotz all dieser negativen Emotionen möchte ich positiv und fröhlich bleiben, denn heute dürfen wir auch einen Erfolg feiern, die Eröffnung des BIHAM! Nach Basel, Zürich und Lausanne hat nun auch Bern ein Institut für Hausarztmedizin realisiert, und dies in weniger als drei Jahren. Dank an alle, die für dieses Institut gekämpft haben! Dank an alle, die sich dafür einsetzen, dass es lebt und gedeiht! Dank an die Vertreter der Universität, die uns in ihren Kreis aufnehmen! Dank an alle jungen Ärztinnen und Ärzte, die sich für diesen schönen Beruf der Hausarztmedizin entscheiden! Und Dank an alle, die uns unterstützen und bereit sind, für eine gute Sache, eine durch Solidarität getragene, gerechte, patientennahe und qualitativ hochstehende Medizin für alle einzutreten, auch in Zukunft. Mit Euch, für Euch! Lasst uns gemeinsam voran gehen! Korrespondenz: Dr. med. François Héritier
doi:10.4414/pc-d.2009.08364 fatcat:gcqmwdnca5abhb76cttulpszye