Notiz über die Galle von Isabellbären

Leo v. Zumbusch.
1902 Hoppe-Seyler´s Zeitschrift für physiologische Chemie  
Anlässlich der Tödtung dreier Isabellbären, welche im Wiener Thiergarten gehalten worden waren, hatte ich durch das freundliche Entgegenkommen des ersten anatomischen Universitätsinstituts Gelegenheit, die Galle dieser Thiere im frischen Zustande zu sammeln und zu verarbeiten. Da die Resultate meiner Untersuchung eine vielleicht brauchbare Ergänzung zu den umfassenden Untersuchungen Harnmarsten's über die Galle der Eisbären bilden, seien sie im Folgenden kurz zusammengefasst: Der Isabellbär ist
more » ... Der Isabellbär ist eine in Syrien heimische, dem gewöhnlichen braunen Bären nahestehende Art; die im Wiener Thiergarten befindlichen Exemplare waren jahrelang dort gehalten worden, sie wurden mit Pferdefleisch gefüttert (nach B r eh m soll der Isabellbär in seiner Heimath vorwiegend Pflanzenfresser sein), die Thiere waren munter und anscheinend gesund. Nachdem circa 10 g unzersetzten Gyankaliums pro Thier nicht den raschen Tod herbeigeführt hatten, wurden die Thiere durch Erdrosseln getödtet. Erwähnt sei, dass sich aus einem bei der Section entnommenen Muskelstücke durch Destillation eine allerdings geringe Blausäuremenge gewinnen liess. Die Gesammtmenge der aus den drei Thieren erhaltenen Galle betrug 125 ccm. Sie war eine tief olivgrüne, stark fadenziehende, schwach nach Moschus riechende Flüssigkeit, die beim Stehen ein reichliches, aus amorphen Krümeln bestehendes Sediment gab. Die Reaction der Galle war sehr schwach alkalisch, das specifische Gewicht war 1,027 g bei 16° C. Die gebräuchlichen Gallenfarbstoffreactionen waren in ausgezeichneter Weise zu beobachten, besonders die Hupp er t'sehe Brought to you by | provisional accou Unauthenticated Download Date | 5/28/15 12:30 PM
doi:10.1515/bchm2.1902.35.4-5.426 fatcat:25tzk6c7qzc6bejxohfhvflzsm