Einfluss von Natriumchlorid sowie der Osmolalität auf die transkriptionelle Aktivität des Mineralokortikoidrezeptors und des Glukokortikoidrezeptors [article]

Tim Hilgenfeld, Universitäts- Und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, Martin-Luther Universität, Gekle, Michael, Prof. Dr., Simm, Andreas, Prof. Dr., Dietl, Paul, Prof. Dr.
2018
Der Mineralokortikoidrezeptor (MR) spielt eine bedeutende Rolle in der NaCl- und Wasserhomöostase sowie bei pathophysiologischen Veränderungen wie renokardiovaskuläre Fibrose. Die pathophysiologische MR-Wirkung ist dabei mit einem veränderten Mikromilieu assoziiert. Bezüglich des Zusammenhangs von Mikromilieu und pathophysiologischer MR-Aktivität ist wenig bekannt, jedoch scheint dem NaCl eine entscheidende Rolle zuzukommen. Es konnte gezeigt werden, dass die genomische MR-Aktivität durch
more » ... e Änderungen der extrazellulären NaCl-Konzentration gesteigert werden kann. Dieser Effekt war unabhängig von der damit verbundenen Änderung der Osmolalität und vom eingesetzten Liganden (Mineralokortikoid oder Glukokortikoid). Bei alleiniger Applikation von NaCl, ohne Liganden, ließ er sich jedoch nicht nachweisen. Für den GR konnte eine osmolalitätsabhängige Modulation der genomischen GR-Aktivität nachgewiesen werden, die sehr gut mit der bekannten GR-Beteiligung im Rahmen der Zellvolumenregulation vereinbar ist. Darüber hinaus wurde eine osmolalitätsunabhängige, NaCl-bedingte positive Modulation der GR-Aktivität nachgewiesen. Diese ist sehr gut mit dem kürzlich entdeckten Beitrag des GR in der salz-sensitiven Hypertonie vereinbar. Zusammenfassend konnte sowohl für den MR, als auch für den GR eine NaCl-abhängige, osmolalitätsunabhängige Modulation mit potenzieller pathophysiologischer Relevanz nachgewiesen werden.
doi:10.25673/1783 fatcat:nn3hbsa7vrgf5noox23itw345q