Venezuela: A Petro-State Using Renewable Energies [book]

Germán Massabié
2008
To my parents Alberto and Norga and my sister Alex for their endless support 7 Geleitwort Venezuela ist eines der größten Erdöl-Förderländer der Welt und obwohl Erdgas und Wasserkraft inzwischen den größten Anteil an der Energieversorgung des Landes haben, ist es von der Erdölwirtschaft weitgehend abhängig. Im Jahr 2007 stammten rund 80% der Exporterlöse, die Hälfte der Staatseinnahmen und ein Drittel des Bruttoinlandproduktes aus dem Ölsektor. Das Land hat eine lange Tradition als Ölstaat:
more » ... den 1920er Jahren hat der Ölsektor das politische System von Venezuela und seine wichtigsten Akteure (Energieministerium, Parteien, Gewerkschaften, Unternehmen) geprägt. Jahrzehntelang hat Venezuelas Energiepolitik die Maximierung und Verteilung des Öleinkommens zum Hauptziel gemacht. Nach den Erdölpreiskrisen von 1973 und 1979 haben vor allem die Industrieländer begonnen, ihre Energiesysteme zu diversifizieren, zu modernisieren, effizienter zu machen und fossile Energieträger zu substituieren. Inzwischen ist diese Entwicklung auch für Venezuela aktuell. Germán Massabié untersucht in seiner Dissertation, inwieweit die Transformation des Ölstaates Venezuela zum Nutzer Erneuerbarer Energien möglich ist. Die Hauptfragestellung der Arbeit lautet, ob die Tatsache, dass Venezuela ein Erdölland ist, die Nutzung und Entwicklung Erneuerbarer Energien verhindert oder sogar eher begünstigt. Die Arbeit besteht aus neun Kapiteln. In der Einleitung werden die Ziele und Fragestellungen erläutert, Informationen zur Methode und Datensammlung sowie zur Struktur der Arbeit gegeben. Das zweite Kapitel führt kurz in die Rententheorie ein. Hinsichtlich der Frage, ob Venezuela ein Rentier-oder ein Petrostaat ist, folgt der Autor dem Ansatz, den Terry Lynn Karl in ihrem Buch The Paradox of Plenty: Oil Booms and Petrostates entwickelt hat. Die Argumentation, warum Venezuela ein Petround kein Rentierstaat ist, ist plausibel dargelegt und überzeugt. Es ist auch gut nachvollziehbar, warum die Ölrente und deren Verwendung für die Arbeit eine entscheidende Rolle spielt. Im dritten Kapitel skizziert der Autor die historische Entwicklung des Stromsektors, dessen Triebkräfte und Haupttrends. Das vierte Kapitel ist den erneuerbaren Energiequellen gewidmet. Der Autor beschreibt zunächst die Entwicklung aus globaler Perspektive. Dabei geht er insbesondere auf 8 Solarenergie und Windkraft ein und fasst die Vorteile, die Triebkräfte sowie die Hemmnisse der erneuerbaren Energiequellen zusammen. Im fünften Kapitel behandelt der Autor die Förderung von erneuerbaren Energien und analysiert Instrumente und Maßnahmen, mit denen die bestehenden Hemmnisse überwunden werden können. Dabei unterscheidet er zwischen angebots-und nachfrageseitigen Instrumenten. Einige Vorreiterländer bei der Förderung von erneuerbaren Energien werden kurz skizziert. Dies sind Dänemark und Deutschland und bei den Schwellenländern Indien und Brasilien. Auf die Entwicklung in anderen Ölstaaten bzw. ölreichen Provinzen wird gesondert eingegangen: Texas, Alberta und Norwegen. In diesem Kapitel wird kurz die Rolle der erneuerbaren Energien bei multinationalen Ölkonzernen angesprochen. Die Kapitel sechs bis acht sind der Situation in Venezuela gewidmet. Im sechsten Kapitel stellt der Autor den Stromsektor des Landes dar. Er beschreibt den historischen Hintergrund sowie das besondere Verhältnis zwischen Venezuela und seinem Erdöl und erläutert in diesem Zusammenhang auch die sembrar el petróleo-Politik und ihre Hintergründe. Der Stromsektor wird hinsichtlich der staatlichen Aktivitäten, des institutionellen Rahmens und der rechtlichen Rahmenbedingungen beleuchtet. Die Akteure werden kurz beschrieben und ihre Interessenlage erläutert. Im Abschnitt Rechtsrahmen werden das Elektrizitätsgesetz und der Entwurf des Energieeffizienz-Gesetzes behandelt.
doi:10.1007/978-3-531-91003-1 fatcat:hkdc6jzmbvddtfawooy3ti3es4