Infiziertes retroperitoneales Hämatom als ungewöhnliche Ursache eines Fallfusses

2004 Swiss Archives of Neurology and Psychiatry  
1 5 5 s 2 / 2 0 0 4 60 Summary Andres RH, Barth A, Seiler RW. [An infected retroperitoneal haematoma as an unusual cause for a foot drop.] Schweiz Arch Neurol Psychiatr 2004; 155:60-3. This is a case report of a 72-year-old woman under oral anticoagulation who presented in the emergency room with a subacute onset of left-accentuated lumboischialgia, a left-side foot drop, a foot plantar flexion palsy and an eversion weakness. Other clinical findings included an abscessing parotitis and an
more » ... rthritis of unknown aetiology. The neuroradiological evaluation with computer tomography and myeloradiculography did not show any adequate spinal or radicular affection. A complete left-leg palsy and increasing sensory deficits developed during the early course of the hospitalisation. A pelvic CT was performed and revealed a left-sided retroperitoneal mass lesion with compression of the sacral plexus and the ischiadic nerve. CT-guided puncture resulted in the diagnosis of a haematoma infected with Staphylococcus aureus. We considered this process to be induced by the anticoagulant treatment and secondary septic dissemination from the parotid abscess. Percutaneous drainage and antibiotic treatment resulted in fast clinical recovery of the motor deficits; however, mild sensory residues persisted. Our case report demonstrates the necessity to consider for possible extraspinal lesions also in patients presenting with the typical symptoms of radicular compression, particularly when the initial evaluations were not conclusive. Fallbeschreibung Eine 72jährige Frau wurde aufgrund eines Fallfusses mit Verdacht auf lumbale Diskushernie notfallmässig eingewiesen. In der Vorgeschichte war seit einigen Monaten eine Lumboischialgie mit Ausstrahlung entsprechend den Dermatomen L4 und L5 bei hochgradiger Osteochondrose LWK4/5 sowie Spondylarthrose LWK4/5 und LWK5/SWK1 bekannt, die initial auf konservative Behandlung mit NSAR und Physiotherapie gut angesprochen hatte. Aktuell litt die Patientin seit vier Wochen an einer progredienten Beinschwäche links, begleitet von ausstrahlenden Schmerzen im gesamten linken Bein und weniger ausgeprägt auch im rechten Bein. Anhaltspunkte für ein akutes Verhebetrauma bestanden nicht. Im weiteren Verlauf verschlechterte sich der Allgemeinzustand zunehmend, was zur stationären Aufnahme in einem Regionalspital führte. Dort wurde ein Hämoglobin von 3,8 g/dl bei einem INR-Wert von über 10 festgestellt und die Patientin anschliessend auftransfundiert, wobei die Anämie auf eine gastrointestinale Blutung unter oraler Antikoagulation zurückgeführt wurde, die drei Monate zuvor nach einer Lungenembolie eingeleitet worden war. Zusätzlich litt die Patientin an einer akuten abszedierenden Parotitis links, die drainiert und mit Augmentin ® anbehandelt worden war.Als Nebenbefund wurde eine perakute Oligoarthritis unklarer Ätiologie im Bereich beider Kniegelenke und des linken Handgelenkes festgestellt. Bei Eintritt fanden wir eine schmerzgeplagte, bettlägerige, massiv übergewichtige (BMI 42) Patientin, die als Hauptbeschwerde brennende Schmerzen im Bereich des linken Knies angab. Dieses Gelenk zeigte eine massive Schwellung mit Druckdolenz und eindeutigem Erguss. Neurologisch war das Lasègue-Zeichen links nicht beurteilbar, weil das Bein kaum mobilisiert werden konnte. Objektiv fand sich eine linke Fuss-und Grosszehenheberplegie M0, eine Fusssenkerparese M2 sowie eine Eversionsplegie M0. Die Funktion der Mm. quadriceps und iliopsoas war schmerzbedingt nicht prüfbar. Die Kraft des rech-
doi:10.4414/sanp.2004.01460 fatcat:ntzo3hgyujgwvorgsox5viqj7m