Ueber eine Opiumvergiftung

1864 Archiv der Pharmazie  
i d l e n berichtet iiber eine chemische Untersuchung des hhalts des Magens und Zwolfhgerdarms, so wie des dem Herzen und den grosseren Blutgefassen mtnommenen Blutes eines jungen Mannes, welcher sich mit Opium vergiftet hatte. Der Inhalt des Magens u. s. w. bestand aus Speiseresten und einer wiisserigen Fliissigkeit und wog 27 Unzen. Das Gewicht des Blutes betrug 4 Umen. Diese beiden IJntersuchungsobjecte wurden, da eine Vergiftung mit Opium erwiesen, zur Auffindung von Morphin chemisch
more » ... hin chemisch gepriift und im Wesentlichen dem bekannten Verfahren von S t a s s unterworfen. Der Mageninhalt etc. lieferte eine 4 Gran wiegende, weisslich-gelbe krystallinische Substanz von stark bitterem Geschmack, welche nach der Prufung mit den auf Morphin zielenden Reagentien sich auch als solches erwies, wodurch es wahrscheinlich wurde, dass zur Vergiftung hauptsachlich Opiumextract gedient hatte. Auch aus dem Blute wurde eine schwach gelblich gefarbte, stark bitter schmeckende Substanz in geringer Menge ausgeschieden, und bei der Priifung ihres Verhaltens zu Eiaenchlorid und Salpetersiiure wurden die fur das Morphin charakteristischen Erscheinun en in entschiedener Weise hervorgerufen, SO dass nuch Sie Anwesenheit von Morphin in dem untersuchten Blute als nachgewiesen zu betrachten war, ein seltener Fall, in welchern es gelang, auf chemischem Wege eine Opiumrergiftung und insbesondere einen Morphingehalt des Blutes evident nachzuweisen. (N. Jahrb. fa. Pliarm. Bd. 19. 5.) B.
doi:10.1002/ardp.18641690119 fatcat:n2loap3jljfyhlbpefxiqrvcbe