Vorlesungsversuch: Hydrieren von Ölsäure zu Stearinsäure

R. Feulgen
1921 Hoppe-Seyler´s Zeitschrift für physiologische Chemie  
Durch nichts wird das Verhältnis der Ölsäure zur Stearinsäure dem Studierenden so klar, wie durch die Verwandlung der Ölsäure in Stearinsäure vor seinen Augen und durch die Beobachtung der Wasserstoffabsorptipn bei der Hydrierung mit katalytisch erregtem Wasserstoff. Da die Ölsäure flüssig, die Stearinsäure aber fest ist, so stellt dieser Versuch zugleich ein Schulbeispiel für diese moderne Hydrierung überhaupt dar, hat doch das Hydroderivat so handgreiflich andere Eigenschaften als der
more » ... ten als der ungesättigte Körper. In Anbetracht ferner der Wichtigkeit der "Härtung* von Fetten in der Fettindustrie, pflege ich den Studierenden die Hydrierung der Ölsäure zu zeigen. Die Hydrierung erfolgt am besten in Eisessiglösung durch Schütteln in einer Wasserstoffatmosphäre in Gegenwart von «twas Platinmohr als Katalysator, eine Methode, die von Willstätter als sehr allgemein brauchbar eingeführt worden ist. Als Gasbürette ist ein Azotometer, wie es zur Stickstoffbestimmung nach Dumas gebraucht wird, nach Verschluß des Gaseinleitungsrohres, oder ein ähnlicher improvisierter Apparat gut geeignet. Als Sperrflüssigkeit dient angefärbtes Wasser. Oben trägt die Burette einen Dreiweghahn, der einerseits mit dem durch Hahn verschlossenen Wasserstoffgasometer, andererseits mit dem Schüttelgelaß verbunden ist. Die Leitung von der Burette nach dem Gasometer enthält Hoppe-Seyler's Zeitschrift i. physiol. Chemie. CXTV. Brought to you by | University of Arizona Authenticated Download Date | 5/30/15 5:25 PM
doi:10.1515/bchm2.1921.114.1-2.1 fatcat:dmaoppgmv5g7loqgqu2h6q7tau