Versuch einer Bestimmung des Hydratationsgrades von Salzen in Konzentrierten Lösungen

E. H. Riesenfeld, C. Milchsack
1914 Zeitschrift für anorganische Chemie  
Mit 16 Figuren im Text. Einleitung. Die Unterauchungen der letzten Jahre haben zu der Erkenntnis gefiihrt., dad der Losungsvorgang in den meisten Fallen, wenn nicht immer, mit einer Vereinigung des gelosten Stoffes mit dem Losungsmittel zu sogenannten Solvaten, in wasserigen Liisungen also zu Hydraten verknupft ist. 1 I n Salzlosungen, in denen noch die elektrolytische Dissoziation zu beriirksiclitigen ist , hatte man dann zwei Arten von Hydraten zu unterscheiden: die Ionenhydrate und die
more » ... drate und die Xolhydrste. In verdiinnten Liisungen, in denen die elektrolytische Uissoziation uberwiegt, wird die %ah1 der vorhandenen Ionenhydrate die Zshi der Molhydrate bei weitem ubertreffen. I n konzentrierteii Losungen aber, in denen die elektrolytische Dissoziation zuriicktritt, wird die Zahl der Molhydrate vorherrschen. Daher eignen sich die verdiinnten Losungen zum Studium der Ionenhydratation, die konzentrierten zu dem der Molhydratation. Vorliegende Arbeit beschaftigt sich nur mit der letzteren, und zwar hesonders mit der Frage, bis zu welchem Grade die undissoziierten Salze in wasseriger Losung hydratisiert sind, und welche Hydrate sich in den gesattigten Losungen mit dem als Bodenkiirper vorhandenen Hydrat im Gleichgewicht befinden. Lttnge Zeit war man im Zweifel dariiber, ob uberhaupt die gleichen Hydrate, die sich in kristallinischer Form aus der gesiittigten Losung abscheiden, auch schon als Molekiilkomplexe in der Lijsung vorhanden sind. Yer noch jetzt vie1 gebrauchte Ausdruck "Kristallwaaser" lehrt, daB die allgemeine Ansicht dahin ging, daB nur der Kristall, also das Salz in fester Form, das Wasser
doi:10.1002/zaac.19140850123 fatcat:oentigu6qzdh5ajieyckfmqhde