Schiedseid und Beweiseid im römischen Civilprozesse, Beitrag zur Erörterung der Eidesfrage von Dr. Gustav Demelius

Otto Gradenwitz
1887 Zeitschrift der Savigny-Stiftung fur Rechtsgeschichte. Romanistische Abteilung  
Litteratur. 269 der Rei e-list agpcom mission deutlich genug erklärt, und v. Bar hat es ganz neuerlich in einem Aufsatz über das Ueberhandnehmen der Duelle (Deutsche Revue von Fleischer, Jahrg. XI, Q. 3 S. 55-63) nachdrücklich hervorgehoben, aber von Landsbergs strafprocessualer Injurienklage erwarten wir, von dem kleinen Gebiete derselben ganz abzusehen, wenig Segen, zumal da gerade der Vortheil, mit dem man die Beibehaltung der Civilklage zu motivieren pflegte, die Nachlassung des Eides als
more » ... weismittels, durch deren Herübernahme in den Strafprocess verloren ginge. Je weniger wir uns mit dem Endresultat von Landsbergs Arbeit einverstanden erklären können, um so mehr fühlen wir uns verpflichtet, die zahlreichen Vorzüge derselben rühmend hervorzuheben. Das Buch verräth in der That ein grosses Geschick für die Behandlung historisch-dogmatischer Fragen und eine ganz vortreffliche Darstellungsgabe. Letztere wird auch der nicht in Abrede stellen, welcher an dem einen oder anderen Bilde, dessen sich der Verfasser bedient hat (s. z. B. S. 6 u. 13), Anstoss nimmt. Die grosse Herrschaft, die Landsberg über den Stoff erlangt hat, ermöglichte nicht nur eine gute Formulierung der eigenen Ansichten, sondern auch eine glückliche Polemik. Positive Unrichtigkeiten treten nur wenig entgegen; ich rechne zu diesen die -Identificierung von malum carmen incantare und occentare (S. 29. 32), ein Fehler, dessen sich übrigens schon Rein, Criminalrecht S. 902 Anm. ** schuldig gemacht hat. Halle a/S., im Juni 1887. E. Brunnenmeister. Schiedseid und Beweiseid im römischen Civilprozesse, Beitrag zur Erörterung der Eidesfrage von Dr. Gustav Demelius. \ 7 erlag von Bernhard Tauchnitz. Leipzig 1887. (152 S.) Der Verfasser stellt sich zur Aufgabe eine exacte Darstellung des römischen Eidesrechts in seiner historischen Entwickelung. Das Resultat dieser Darstellung ist überraschend und höchst befriedigend ; die Beweisführung erscheint zwingend. I.
doi:10.7767/zrgra.1887.8.1.269 fatcat:b23srqkovbhkxgzscjn5zuq6te