Benedetta Brevini / Arne Hintz / Patrick McCurdy (Hrsg.) (2013): Beyond WikiLeaks. Implications for the Future of Communications, Journalism and Society. Basingstoke/New York: Palgrave MacMillan

Oliver Leistert
2014 Medien & Kommunikationswissenschaft  
Quellenvielfalt" (S. 373) und "begrenzte [r] inhaltliche [r] Vielfalt" (S. 375) konstatiert wird. Hier stellt sich die Frage, was der Benchmark ist. Schließlich haben Suchmaschinen herkömmlichen Medien gerade voraus, dass sie auf viele Angebote zurückgreifen. Wer liest schon zehn verschiedene Zeitungen? Mit Nachrichtensuchmaschinen ist das online möglich. Der Onlinejournalismus insgesamt ist zudem vermutlich ebenso redundant wie die Ergebnisse der Nachrichtensuchmaschinen. Am interessantesten
more » ... interessantesten wird es, wo der Autor das Ranking der Suchmaschinenergebnisse mit der Relevanz kontrastiert, die ihnen aufgrund von Nachrichtenfaktoren zukommt. Er arbeitet heraus, dass die Algorithmen der Suchmaschinen, mit technischen Kriterien wie Indexierungsdauer und Suchwortdichte, anders gewichten als journalistische Selektionskriterien. Im Zeitalter eines zunehmend automatisierten Journalismus lässt dieser Befund aufhorchen. Wie sinnvoll ist es, Relevanzzuschreibungen zu automatisieren, wenn sie professionelle Entscheidungen nicht annähernd simulieren können? Insgesamt bietet das Buch interessante Erkenntnisse, auch wenn die Gegenstände teils schon das Zeitliche gesegnet haben. Was die Übertragung von journalistischen Kriterien auf Nachrichtensuchmaschinen betrifft, kann das Unterfangen insgesamt als gelungen betrachtet werden. An der einen oder anderen Stelle lag der Verdacht allerdings nahe, dass Suchmaschinen auch zusätzliche, eigene Qualitätskriterien erfordern. Dennis Reineck
doi:10.5771/1615-634x-2014-1-103 fatcat:uuk3bqnnfrc3nm3d6h5wwxmdti