Ein geheilter Fall von Tetanus1)

E. Leyden
1901 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Ich habe zu einer Demonstration um das Wort gebeten und bitte diejenigen Herren um ihre Nachsicht, deren Vorträge heute zur Diskussion kommen sollen. Das, was ich vorzutragen habe, würde jedoch ohne Vorstellung des Patienten erheblich an Interesse verlieren. Ich stelle Ihnen hier einen Mann mit geheiltem Tetanus vor. Bei uns, in der inneren Medizin, ist an einem Reconvaleszenten im allgemeinen nicht viel zu sehen. Hier bei diesem Patienten werden Sie erkennen, dass er noch keinen ganz normalen
more » ... inen ganz normalen Gesichtsausdruck darbietet, man kann eine Spur des Risus Sardonicus an seinem Mund erkennen, auch sein Gang ist noch nicht ganz frei und noch steif, obgleich er schon im Stande war, hierher zu kommen und obwohl er schon Uebungen auf dem Veloziped machen konnte. Die Vorstellung eines geheilten Tetanusfalles ist heutzutage nicht etwas so ausserordentliches, wie vor 20 Jahren; damals war dies noch ein besonderes Glück, auch heute ist es immerhin noch nicht so häufig, dass ein solcher Fall nicht Ihr Interesse erregen dürfte. Die heutige Behandlung des Tetanus, welche mit dem Behring'schen Serum geschieht, ist immerhin noch nicht ganz abgeschlossen. Dieser Patient ist durch die Methode der Duralinj ektion des Behring' sehen Antitoxins hergestellt. Die Duralinjektion zur Heilung des Tetanus ist von Dr. Jacob, meinem Assistenten, zuerst empfohlen und ausgeführt worden. Einen analogen Fall habe ich in der Charitégesellschaft vor zwei Jahren vorgeführt. Jene Patientin ist ebenfalls durch die Duralirij ektion geheilt worden.
doi:10.1055/s-0029-1186964 fatcat:i2dbq5fceranzn55m3serlyksu