Ueber Blattgr�n und Blumenblau

Sch�nn
1870 Analytical and Bioanalytical Chemistry  
Alkohol zieht bekanntlich aus grt~nen Blgttern einen gelbgrtinen Farbstoff aus, der im Spectroskop drei Absorptionsstreifen zeigt, im Roth, Orange und Gran; der Streifen im Roth besteht aus zwei schwarzen RAndern und der e~was Licht durchlassenden Mitre; der im Orange liegt sehr wenig links yon den h'atriumlinien nnd der im Gran reehts yon denselben etwa in derselben Entfernung, wie der im Roth. Namentlich der im Roth l~sst sich noch in verdt~nnten L6sungen erkennen. Niemals gelang es mir,
more » ... gelang es mir, neben diesen Streifen im alkoholischen Auszuge ausser der allgemeinen Absorption des blauen und violetten Theils des Spectrums, die bei g beginnt, andere zu bemerken. Als Beweis, dass dieser Farbstoff durchAlkohol keine Ver~nderung erleidet, dient Folgendes. Brachte ich je hash der Dicke ein oder zwei grane Blgtter zwisehen Glasplatten vor den Spectralapparat, so sah ich den Streifen im Roth genau an der entsprechenden Stelle; die andern tratel~ erst dann deutlich hervor, wenn die Bl~ttter in Folge der Hitze der beleuchtenden Flamme gelbgran geworden waren. Ohne Zweifel bewirkt der w~sserige Inhalt der vollkommen grt~nen Blgtter, dass zu ~Tiel Licht durch dieselben hindurchgelangt, ohne die Chlorophyllablagerungen in den Zellen passirt zu haben, da ja viele K6rper durch Wasserimbibition durchsichtiger werden; tier durch das Trocknen entstehende gelbgr~ne Farbenton entspricht demjenigen des •durch eine alkoholische ChlorophylllSsung gegangenen Lichts. Recht verbreitet ist die Ansicht F r e m y ' s , dass Chlorophyll aus einem gelben und blanen Farbstoffe bestehe; allein der yon-ihm vorgeschlagene Weg, diese Farbstoffe durch ein C~emenge yon Aether und Salzs~ure zu trennen, fahrt nicht zu diesem Ziele; die gelbgran e Aetherschicht zeigt spectro= skopisch die drei Streifen des Blattgrans, und die salzsanre untere Schicht, die durchaus nicht blau ist, sondern oft nur in Folge einer leichten Tr~ibung einen schmutzig blaugranen Ton annimmt, enthMt ebenfalls nur durch S~ure etwas ver~tndertes Blattgran. Chlorophyll erfghrt ngmlich
doi:10.1007/bf01362951 fatcat:utqxdj6w6berpnowscps7ffudy