Symptome der Angst und Depression bei Patienten mit oraler gerinnungshemmender Therapie und deren Angehörigen [article]

Alexandra Knisch, Christiane Kugler, Medizinische Fakultät, Institut Für Pflegewissenschaft
2018
Hintergrund: Die Einnahme eines Vitamin‐K‐Antagonisten (VKA) erfordert ein umfangreiches Selbstmanagement des Patienten, um eine effektive Therapie zu erzielen. Die orale gerinnungshemmende Therapie befindet sich im Spannungsfeld der Über‐ und Unterdosierung und unterliegt zahlreichen Einflussfaktoren. Nahestehende Angehörige übernehmen eine wichtige unterstützende Funktion in der Sicherstellung der medikamentösen Behandlung im Langzeitverlauf. Das Ziel dieser deskriptiven Studie war das
more » ... udie war das Belastungsempfinden von Patienten mit oraler VKA‐Therapie und deren Angehörigen zu erfassen. Methodik: In einer Querschnittstudie wurden Patienten mit einer VKA‐Therapie und deren Angehörige im Akutsetting eines Krankenhauses mit dem Selbstbeurteilungsbogen der "Hospital Anxiety and Depression Scale" (HADS‐D) befragt. Ergebnisse: Von den 56 Patienten wiesen 30,4% (n=17) behandlungsbedürftige Symptome der Angst und 25% (n=14) Symptome der Depression in der HADS‐D auf. Bei den Angehörigen (n=11) zeigten 18,2% (n=2) auffällige Symptome der Angst, die Symptome der Depression waren unauffällig in der HADS‐D. Bei den Patienten gab es eine Tendenz zu einem Zusammenhang zwischen der Blutungskomplikation "Blut im Stuhl" (p<0,06) und auffälligen Werten in der Subskala Angst. Die Variable "Blut im Urin" (p<0,06) wies eine Tendenz zu einem Zusammenhang mit auffälligen Werten in der Subskala Depression für die Patienten auf. Bei den Angehörigen konnten keine signifikanten Einfluss‐ faktoren auf die Phänomene Angst und Depression identifiziert werden. Diskussion: Die vorliegenden Ergebnisse stellen eine erste Annäherung dar, in welchen Situationen bei VKA‐Therapie Symptome der Angst und Depression verstärkt auftreten können. Tritt eine Komplikation ein, so kann dies mit psychischen Belastungen im Selbstmanagement des Patienten verknüpft sein.
doi:10.6094/klinpfleg.4.1 fatcat:nylxjvmusbh67prjco4oxybv5a