DER I-UMLAUT UND DER GEMEINNORDISCHE VERLUST DER ENDVOCALE

AXEL KOCK
1889 Beiträge zur Geschichte der Deutschen Sprache und Literatur  
Diese fragen sind mit einander innerlich verknüpft, aber ehe ich zu ihnen tibergehe, werde ich ein paar bemerkungen über einen anderen punkt mitteilen, der mit ihnen nahe verwant ist, welcher aber meiner meinung nach mehrenteils unbefriedigend dargestellt wird, nämlich die lehre vom w-umlaute. Die am meisten benutzten isl. grammatiken verschweigen, dass ein wesentlicher unterschied im gebrauche des w-umlautes zwischen dem isl. und dem altnorw. (oder wenigstens mehreren altnorw. handschriften)
more » ... w. handschriften) existiert. Dieser unterschied ist doch vor mehr als drei decennien erkannt und dürfte von der grössten bedeutung für die richtige auffassung dieses umlautes sein. Schon in der von P. A. Munch und C. R. Unger 1847 publicierten *Det oldnorske Sprogs eller Norrenasprogets Grammatik* liest man (s. 19): i überall im altschw. und sehr oft in norwegischen bandschriften bleibt der sonst durch u bewirkte umlaut von a aus, wenn dieses u wirklich in der endung oder in der flexion vorhanden ist, z. b. fatiur statt /o'ftur, hafuü statt höfuti ....; nie aber, wenn das w-umlautwirkende u selbst weggefallen ist: ... höll\ Keyser und Unger, die herausgeber der Olafs saga hins helga (Kristiania 1849), sprechen sich über den Sprachgebrauch dieser schrift (s. VIII) folgenderinassen aus: l a steht statt ö (hier o geschrieben), wenn das umlautwirkende u in der endung vorhanden ist: allum = öllum, ... ') Dieser aufsatz ist wesentlich eine Übersetzung meines schwedisch abgefassten, im Arkiv for nordisk filologi IV, 141 ff. publicierten aufsatzes */-ornliudet och den samnordiska förlusten af ändelsevokaler'. Brought to you by | New York University Bobst Libra Authenticated Download Date | 7/17/15 3:41 P
doi:10.1515/bgsl.1889.1889.14.53 fatcat:i7bse45rkrcath3t6ggstchz2y