Monozentrische Auswertung der onkologischen Ergebnisse, der Nebenwirkungen sowie der Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit Analkarzinom nach definitiver Radiochemotherapie [thesis]

Martina Jacob, Universitätsbibliothek Der FU Berlin
2022
Einleitung: Die definitive Radiochemotherapie ist die empfohlene primäre Therapieoption bei Patienten mit Analkarzinom. In einer retrospektiven Auswertung wurden die onkologischen und funktionellen Ergebnisse sowie die Spättoxizität und die Lebensqualität nach erfolgter primärer Radiochemotherapie bei Patienten mit Analkarzinom ermittelt. Methodik: Im Zeitraum von 2000 bis 2011 wurden 119 Patienten mit Analkarzinomen aller Tumorstadien (T1–T4, N0–N3) in unserer Klinik behandelt. Alle Patienten
more » ... urden hinsichtlich der lokalen und lokoregionären Kontrolle sowie der Toxizität nachbeobachtet. Die Patienten erhielten eine kombinierte Radiochemotherapie mit einer Einzeldosis von 1,8 Gray (Gy) bis zu einer Gesamtdosis von 45 Gy für die Primärtumorregion sowie den pelvinen und inguinalen Lymphabflussweg mit sequentiellem Boost auf die Primärtumorregion und ggf. Lymphknotenmetastasen bis 54 Gy (T1/T2 N0-Tumoren) bzw. 59,4 Gy bei größeren Tumoren oder positiven Lymphknoten. Bis 2009 erfolgte die Bestrahlung in dreidimensionaler (3D) konformaler, danach in intensitätsmodulierter Technik. Parallel erfolgte eine simultane Chemotherapie mit 5-Fluoruracil (1.000 mg/m2 Körperoberfläche (KOF) pro Tag, an den Tagen 1 bis 4 und 29 bis 32) und Mitomycin C (10 mg/m2 KOF/Tag, an den Tagen 1 und 29). Aufgrund ihres Alters und/oder gravierender Vorerkrankungen erhielten neun Patienten nur die Strahlentherapie. Radiogene Spätnebenwirkungen (Klassifikation nach CTCAE v3.0) und Lebensqualität (EORTC QLQ-C30/CR29) wurden erfasst. Ergebnisse: Nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 91,7 Monaten (Spanne 15,5–174,5) waren 34 Patienten verstorben, davon 15 an den Folgen der Tumorerkrankung. Bei 18 Patienten war im Laufe ihrer Erkrankung die Anlage eines Kolostomas notwendig. Das Gesamtüberleben und das progressionsfreie Überleben nach fünf Jahren waren 76,8% und 69%. Das kolostomiefreie Überleben lag bei 77,4%. Die Gesamtüberlebensrate und die progressionsfreie Überlebensrate nach fünf Jahren war für T1/T2-Tumoren signifikant besser als f [...]
doi:10.17169/refubium-32762 fatcat:nawqo7hdorcmlha6atkovwdhaq