PASA - Primary Appraisal Secondary Appraisal - Ein Fragebogen zur Erfassung von situationsbezogenen kognitiven Bewertungen

J. Gaab
2009
Dem Aufbau des PASA liegt die transaktionale Stresstheorie von Lazarus und Folkman [1984] zugrunde, welche zwei unterschiedliche Bewertungsaspekte bei Belastungsreaktionen postuliert: In der Erstbewertung (primary appraisal) werden die situativen Gegebenheiten auf ihren möglichen Bedrohungsbzw. Herausforderungsgehalt hin bewertet. (Die in der transaktionalen Stresstheorie genannte Bewertung einer Situation hinsichtlich eines potentiellen Verlusts wird im PASA nicht erfasst, da der PASA
more » ... a der PASA ausschließlich antizipative Bewertungsprozesse operationalisiert). In der Zweitbewertung (secondary appraisal) wird das Ausmaß der wahrgenommenen Bewältigungsmöglichkeiten eingeschätzt. Der PASA operationalisiert diese beiden Bewertungsprozesse anhand von jeweils zwei Subskalen (Erstbewertung: «Bedrohung» und «Herausforderung»; Zweitbewertung: «Selbstkonzept eigener Fähigkeiten» und «Kontrollüberzeugungen»). Die individuelle Gesamtbelastung («Stressindex») kann dann über die Differenz zwischen Erst-und Zweitbewertung berechnet werden. Der PASA kann immer dann eingesetzt werden, wenn das Ausmaß der subjektiv wahrgenommen Belastung in Bezug auf eine konkrete Situation differenziert beurteilt werden soll. Im psychotherapeutischen Kontext ist dies beispielsweise bei der Durchführung und individuellen Evaluation von Konfrontationsverfahren, kognitiven Interventionen und Verhaltensexperimenten möglich.
doi:10.5451/unibas-ep46434 fatcat:4ju5hrci7jhidj23tu64si5r2u