Überspannungserscheinungen bei Schaltvorgängen

W. Linke
1912 Archiv für Elektrotechnik  
t. Das Schalten mit gewtihnlichem Schalter. In einer voraufgegangenen Arbeit an dieser Stelle (vgl. Heft I u. 2) wurden im Wesentlichen die Stromverh~iltnisse bei Schaltvorg~ngen betrachtet. Nicht nur diese aber sind es, deren Kenntnis fiir den Elektriker von Interesse ist, sondern auch, und vielleicht in noch h6herem MaBe, die SpannungsverhMtnisse an den Wicklungen yon Maschinen und Apparaten im Schaltmoment. Wagner hat in seiner Abhandlung: Ausgleichsv0rg~nge in langen Leitungen und Kabeln
more » ... ungen und Kabeln (Teubner, Leipzig I9O8 ), die wichtigsten Ausgleichs-und damit SchaltvorgAnge eingehend behandelt und diese Darstdlungen ftihren vielfach direkt auf die Spannungs-verh~ltnisse an Wicklungen von Apparaten, und an mehreren Stellen ist dies auch er-w~ihnt. Es handelt sich bei den yon Wagner behandelten F~llen, wie ausdriicklich gesagt wird, stets um die Gef~hrdung der durch den SchaltprozeB unter Spannung gesetzten Leitungen oder Apparate. Nicht geringer ist aber bei den Schaltprozessen die Gef~hrdung tier Spannung gebenden Maschinen und Apparate, denn ein Generator gibt nicht, wie die bei Wagner vorausgesetzten Spannungsquellen, unabh~ngig von der Stromentnahme konstante Spannung; er ist vielmehr gleichfalls als eine Leitung mit verteiltem Widerstand, Kapazit~t und Selbstinduktion zu betrachten, und die durch den SchattprozeB ausgel6sten elektromagnetischen St/Srungen breiten sich vonder Schaltstelle nach beiden Richtungen aus, dringen also auch rtickl~ufig in die Generatorwicklung ein. DaB die exakte Behandlung dieser Vorg~nge ziemlich umfangreiche Rechnungen n6tig macht, m6ge an einem ganz einfachen Beispiel gezeigt werden, und zwar soll der Fall behandelt werden, wo ein Generator mit der Spannung E auf eine konzentrierte Kapazitlit .geschaltet werde. Praktisch ist dieser Fall realisiert, sobald eine Maschine auf eine Kabelstrecke geschaltet wird, und zwar gleichgiltig, ob ein Gleichstrom-oder Wechselstrom-Generator in Frage steht, da die Dauer des Ausgleichvorganges auf jeden Fall klein gegen die iibliche Periode des Wechselstromes ist.
doi:10.1007/bf01656481 fatcat:founj3gsrvgutjrhiylspuy55q