Die Adaptation der Entero-amylase an den chemischen Reiz

L. J. te Groen
1914 Hoppe-Seyler´s Zeitschrift für physiologische Chemie  
Über die Anwesenheit einer Amylase im Darmsaft. Seit Frerichs (*, 1846), der zum erstenmal die amylolytische Wirkung des Darmsaftes bei Hunden und Katzen festgestellt hat, sind viele einander widersprechende Untersuchungen über diesen Gegenstand ausgeführt worden. Rohmann ( 2 ,1887) schließt nach einem eingehenden Literaturstudium, und nach eigenen Versuchen, daß Amylum im Dünndarm schnell umgesetzt und aufgesaugt wird. Die Erklärung der so weit auseinander laufenden Ansichten der Autoren,
more » ... n der Autoren, sucht er in der Tatsache, daß die verschiedenen Untersucher mit verschiedenen Abschnitten des Darmes arbeiteten. Auch ein neuer, ausgezeichneter Erforscher der Verdauungsfunktionen: U. Lombroso ( 3 , 1912) bestätigt diese Hypothese. Als Nebenursache möge noch die früher von Schiff ( 4 , 1868) gemachte Annahme erwähnt werden, daß fehlerhaft angelegte Fisteln kein stärkespaltendes Enzym liefern sollen. Dazu kommt noch, daß viele Autoren den von ihnen benutzten Darmsaft durch chemische oder mechanische Reize erzielt hatten. Der so sezernierte Darmsaft ist wasserreich, jedoch fermentarm. Aus der Literatur ersehen wir also, daß der Darmsaft eine Amylase enthält, wenn auch nicht alle Darmabschnitte in gleichem Maße an der Sekretion derselben beteiligt sind. Weiter ist festgestellt, daß der angewandte Reiz nicht gleichgültig ist. Hiermit kommen wir auf den eigentlichen Gegenstand meiner heutigen Untersuchung. Über' die vermeintliche Adaptation von Enzymwirkungen im Darmkanal. ,
doi:10.1515/bchm2.1914.89.1-2.91 fatcat:yt64i7nhdvdbtk2y2dojkonjzm