Notizen

1855 Journal für Praktische Chemie  
Not i z e n. XXII. N o t i z e n. 1) Darstellmg dcs Acthylauiu. Als A. G i i s s m a n n (Ann. d. Chem. u.. Pharm. XCI, pag. 122) schwefligsaures Aldehyd-Ammoniak (die mit dem Taurin isomere Verbindung) mit Kalk trocken erhitzte, entwickelte sich ein ammoniakalisch riechendes, brennbares Gas. Dies war hethylamin, wie sich der Verf. spiiter direct durch Zersetzung des rein dargestellten zweifach-schwefligsauren Aldehyd-Ammoniaks auf dieselbe Art iibeneugte. Die Zersetzung geht SO vor sich: C I H
more » ... SO vor sich: C I H 4 0 1 + NH3 + 28= C4HTN 4-2g. Dies ist nun die leichteste Methode und zugleich die lohnendste f i r die Darstellung des Aethylamins. Man bedarf nicht reines Aldehyd-Ammoniak, sondern nimmt dae rohe ddehydhaltige Produkt yon der Destillation des 111kohols mit Braunstein und Schwefelsaure , versetzt es mit der gehorigen Menge sauren schwefligsauren Ammoniaks, rerdunstet zur Trockne und unterwirft die trockne Masse mit Kalkerde der Destillation. Es muss nur sogleich destillirt und moglichst schnell und stark erhitzt werden, damit nicht Aldehyd und Ammoniak iibergehen. Das entweichende Aethylamin Engt man in Salzsaure auf, verhunstet die salzsaure Liisung zur Trockne und zieht das salzsaure Aethylamin von dem beigemengten Snlmiak durch Aether-Alkohol aus. Wie vollstiindig bei diesem Verfahren das Aldehyd in Aethylamin iibergefiihrt wird, hat der Verf durch einen quantitativen Versuch ermittelt. 5 Gnn. reines zweifachechwetligsaures Aldehyd-Ammonia%. d e n auf die angegebene Art zersetzt und lieferten 3 Grm. salzsaures Aethylomin; sie hiitten liefern sollen 3,3 Grm. Der VerE verfolgt jetzt die analogen Zersetzungen anderer Aldehyde in ihrer Verbindung mit zweifachschwefligsaurem Ammoniak. Not i z en. 2) N e w BiMung d i Amark icnd Lophins. Nach derselben Methode, welche G 6 s s m a n n zur Darstellung des Aethylamins anwendete (9. den vorstehenden Artikel), hat derselbe auch den Aldehyd der BenzoesHure, das BittermandelBl, an saures schwefligsaures Ammoniak gebunden, das Produkt mit Kalkwasser behandelt und daraus, wie er erwartet, eine Base erhalten. (Ann. d. Chem. u. Pharm. XCIII, 329.) Die Base war Amartic, dieselbe, welche bekanntlich L a u r e n t zuerst durch Behandlung des mit ihr isomeren Hydrobenzamids C42HIBN2 rnit Alkalien darstellte. Die Verbindung des Bittermandelols mit zweifachschwefligsaurem Ammoniak, welche B e r t a g n i n i aus wlssrigen L6sungen nicht krysbllisirt zu erhalten im Stende war, gewann der Verf. aus concentrirter alkoholischer Losung des Ammoniaksalzes, zu welcher eine hinreichende Menge Bittermandel61 gesetzt war, bei langerem Stehen. Die vollig getrocknete Krystallmasse dieser Verbindung wurde, mit ihrem 3-4fachen Volum frisch bereiteten trocknen Kalihydrats vermischt, in eine geriumige Retorte gebracht, darin mit einer diinnen Lage Kalk bedeckt und rasch bis 180 -2 0 0 O erhitzt. Der Retortenhals beschlug
doi:10.1002/prac.18550650122 fatcat:bgpsjjnc3vev5huvembc3u3u5q