Papierchromatographischer Nachweis der Aminosäureausscheidung in vitro kultivierter Maiswurzeln

Otto Kandler
1951 Zeitschrift für Naturforschung. B, A journal of chemical sciences  
1. Maiswurzeln wurden unter sterilen Bedingungen in einer Mineralsalze und Glucose enthaltenden Nährlösung kultiviert und nach verschiedener Kulturdauer die Nährlösung papierchromatographisch auf Aminosäuren untersucht. Dabei konnten folgende Amide und Aminosäuren nachgewiesen werden: Glutamin, Asparagin, Alanin, Serin, Asparaginsäure, Valin, Glutaminsäure und Leucin. 2. Der Vergleich der ausgeschiedenen mit den innerhalb der Wurzel vorliegenden freien Aminosäuren ergab, daß keine Aminosäure
more » ... keine Aminosäure bevorzugt aktiv ausgeschieden wird, sondern daß eine klare Proportionalität zwischen Ausscheidung und Konzentration im Inneren der Wurzeln besteht. 3. Bei Stickstoffmangel werden die anfänglich abgeschiedenen Aminosäuren wieder aufgenommen, während bei Stickstoffüberschuß die Menge der Aminosäuren in der Nährlösung im Laufe der Kultur weiter zunimmt. 4. Die Verteilung des Gesamtstickstoffes auf "Eiweißstickstoff", "löslichen Stickstoff" und "ausgeschiedenen Stickstoff" wird für verschiedene Stickstoffernährung kurvenmäßig dargestellt. 5. Reiner Sauerstoff in der Gasphase fördert die Ausscheidung von Aminosäuren, Sauerstoffmangel unterdrückt sie. 6. In vitro kultivierte Spargelsprosse zeigten auch bei optimaler Stickstoffversorgung keinerlei Aminosäureausscheidung. 7. Unter gleichen Bedingungen kultivierte Maisembryonen ließen nur in einigen Fällen eine schwache Ausscheidung von Glutamin erkennen.
doi:10.1515/znb-1951-0807 fatcat:mqoz25nyf5by5nudakzoqydg6u