Bemerkungen zu der Arbeit von Sidler-Huguenin "Stauungspapille bei Tetanie"

E. Hippel
1922 Graefe's Archives for Clinical and Experimental Ophthalmology  
Wet nur die vorerwahnte Arbeit gelesen, racine Ausfflhrungen im Graefe-Saemisch aber damit nieht ve~@!chen hat, wird leieht zu der Ansicht kommen, dub Sidler-IIuguenin die letzteren widerlegt habe. "Es ist dureh versehiedene klilxische Beobachtungen festgelegt, dag sich die Stauungspapille nieht nur als Symptom erhShten Hirndrueks bei raumbeengenden Prozessen innerhalb des Schgdels repr~isentiert, zahlreiche Beobachtungen lehren auch, dag die Stauungspapille bei verschiedenen Erkrankungen,
more » ... Erkrankungen, Entziindungen und Intoxikationen auftreten kann." Die weiter folgenden Satze will ieh nieht noch einmal zitieren, ich bitte aber, sie genau zu lesen. $Ieine Bemiihungen, dutch eingehende kritische Er6rtcrungen (Bleivergiftung, Polycythgmie, Chlorose, Infektionskrankheiten usw.) Ordnung in das bisherige Dureheinander der Diagnose Stauungspapille und Papillitis zu bringen, sind yon Sidler-Huguenin vollkommen unberiicksiehtigt gelassen. Ftir ihn ist die Stauungspapille nach wie vor nur ein Augenspiegelbefund. Was ieh widerlegt oder als nicht geniigend klargestellt und deshalb theoretisch nicht verwertbar bezeichnet babe, behandel~ er wie feststehes:~de Tatsachen. Ich bedaure dieses Verfahren und halte es nicht fth' gerecht~ertigto In seinem eigenen Fall ist dureh Lun~_balpunktion ein Druek yon 250 mm naehgewiesen, also unzweifelhafte Drucksteigerung. Es ist zu bedanern, dab in dem Sektionsbericht der Oehirnbefund fehlt, der doeh gewig yon Bedeutung gewesen ware. Wie lange die Stauungspapiile vor der ersten Feststellung bestanden hat, wissen wit nieht, ebenso erfahren wir niehts tiber das SehvermSgen zu dieser Zeit. 6 Woehen sparer beirut es nut Fingerz~hlen in 1 m. Es soll abgenommen h~ben naeh der zweiten Kropfoperation, die 3 Monate vor der ersten Augenspiegeluntersuehung stattfand. Demnaeh liegt ein ffir eine unkomplizierte Sta,:ungspapille ungewShnlieh fi'aher Verlust der Funktionen vor. Die Auffassung des ganzen Falles wird weiter kompliziert dureh die sehwere Entziindung im vorderen Bulbusabsehnitt. Nit Riieksicht auf den anatomisehen Befund ist Mlerdings eehte Stauungspapille wahrsehein]ieh. Es liegt aber kein Beweis vor, dab dieselbe nieht dutch den zweifellos erh6hten Liquordruek zustandegekommen sein sollte. Ich verstehe nieht, aus welehem Grunde Sidler-H u g u e ni n sehreibt: "Letztere (die Hirndruekerseheinungen) sind gelegentlieh ausgesproehen, doch zeigt gerade unser Fall, da$ diese zeitweise aueh fehlen kSnnen und es dennoeh zu einer eehten Stauungspapille kommen kann." DaB Kopfsehmerzen, Sehwindel usw. aueh bei ausgesprochenem Hirndrnek fiJr l~ingere oder 1) Graefes Arch. f. Ophthalmol. tt1~, H. 1, S. 1.
doi:10.1007/bf01858527 fatcat:keivurdxtrfz3mtjnpreo6agx4