Verfahren zur mechanischen Reinigung von benutztem Alkohol durch einen Paraffintropfen

A. Pohl
1915 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
En der gegenwärtigen Zeit hat man oft besondere Veranlassung. nut den (heinikalien sparsam umzugehen. Ich möchte deshalb (len in der Ueberschrift bezeichneten kleinen Kunstgriff mitteilen. 1-tat nan Alkohol, der durch Staub, Schmutz oder sonstige körperliche Bestandteile verunreinigt ist, so gießt man ihn auf einen flachen Teller oder (zum Zwecke des nachherigen Abgießens) auf eine photographische Entwicklerschale und läßt nun einen etwa zweimal kirschkerngro lien Tropfen Paraffinuni liquidum
more » ... affinuni liquidum hineinfallen. Durch leichtes Hin-unu Herbewegen läßt man dann das Paraffin auf der Bodenfläche entlang rollen und beobachtet nun, wie der rollende Tropfen alle körperlichen Sehmutzte,ikhen aufnimmt und festhält, bis er, bei geschickter Direktion, den ganzen Bodensatz aufgenommen hat. Nimmt man mehrere kleine Tropfen. so besorgen sie dasselbe und vereinigen sich bei Beriibrung sofort. Das Verfahren geht ziemlich schnell und ohne Verlust von Alkohol. Die Aufnahmefähigkeit eines einzigen Tropfens Paraffin ist außerordentlich groß, und man hat bei der Beobachtung genau den Eindruck, als wenn der I'araffintropfen die körperlichen Teilchen frißt., wie ein tausendfach vergröherter Leukozyt. Es bleibt dann nur noch das kleine Kunststück, beim vorsichtigen Zurückgießen den Schmutzträger vom Alkohol zu trennen, was mit einem Stück weichen Papiers gewöhnlich leicht gelingt. Will man auf diçse Trennung verzichten, so kann man den gebrauchten, verunreinigten Alkohol in der Flasche mit einer etwas größeren Menge Paraffin durchschütteln: man erhält einen schweren Bodensatz, der kein Sehmutzteilchen mehr losläßl und sieh mit dem Alkohol in keiner Weise vermischt. Darüber hut man den Alkohol in einer Reinheit, die nur noch von einem Destillat übeitrolfen wird, und so, daß er sieh beim Gebrauch fast bis auf den letzten Rest abgießon hUIt. Es liegt auf der Humid, daß man mit anderen Flüssigkeiten, die gleich dein Alkohol leichter sind als Paraffin, ebenso verfahren kann. Gegenüber der gewöhnlichen Klärung durch Filtrieron oder Destillieren erfreut (ljeses Verfahren durch seine Einfachheit, Schnelligkeit sowie durch seine physikalische Eigenart. 11. November 1915 tJTSCHE 4DIINISCflE WOOBNSCThT. 1378 Dieses Dokument wurde zum persönlichen Gebrauch heruntergeladen. Vervielfältigung nur mit Zustimmung des Verlages.
doi:10.1055/s-0029-1192272 fatcat:5xpahkiszzduzhzhtwacijkoha