Parathyroidea und Hyperkalzämie

Nadja S Sieber-Ruckstuhl, Felicitas S Boretti
2011
PHYSIOLOGIE DES KALZIUMSTOFFWECHSELS Kalzium erfüllt vielfältige Funktionen in praktisch allen Organsystemen der Körpers. Es wird gebraucht für enzymatische Reaktionen, Membrantransport und -stabilität, Blutkoagulation, Muskelkontraktion, Hormonsekretion, Knochenaufbau und -umbau, um nur einige Beispiele zu nennen. Im Serum liegt Kalzium in 3 Formen vor: frei oder ionisiert (50-60%), proteingebunden (30%) und komplexiert (10%). Biologisch aktiv ist nur die ionisierte Form. Der wichtigste
more » ... or des Kalziumspiegels im Blut ist das Parathormon (PTH), welches in der Nebenschilddrüse (Parathyroidea) gebildet wird. PTH hält, zusammen mit Kalzitonin und Vitamin D, den Serumkalziumspiegel in engen Grenzen. Eine erhöhte PTH-Ausschüttung, ausgelöst durch ein Absinken des ionisierten Kalziums, führt zu einer erhöhten Rückresorption von Kalzium in den Nierentubuli, zu einer vermehrten renalen Phosphor-Ausscheidung, zur Mobilisierung von Kalzium aus dem Knochen, sowie zu einer vermehrten Umwandlung von Vitamin D in seine aktive Form Calcitriol (1.25-Dihydroxy-Vitamin D) in den Nierentubuli. Vitamin D wiederum stimuliert die intestinale Kalzium-Absorption und hemmt die PTH-Synthese. Kalzitonin senkt den Kalziumspiegel durch Hemmung der Osteoklastenaktivität. Der Referenzbereich des Serumkalziums ist von Labor zu Labor sehr unterschiedlich, d.h. der Kalziumwert sollte anhand des entsprechenden Referenzbereiches interpretiert werden. Kalzium ist in hohen Konzentrationen für jede Zelle toxisch, besonders empfindlich sind jedoch Nieren, ZNS und das kardiovaskuläre System. Gefährdet sind v.a. Tiere, bei denen gleichzeitig eine Hyperphosphatämie vorliegt: sobald das Kalzium x Phosphat-Produkt grösser als 70 ist (gemessen in mg/dl-Einheiten), kann es zu irreversiblen metastatischen oder dystrophischen Verkalkungen kommen.
doi:10.5167/uzh-50810 fatcat:soxenrvugvhkjaprumokhvr5mu