Ueber Sehstörungen bei Hornhaut- und Linsentrübungen und ihre Behandlung

H. Schmidt-Rimpler
1904 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Rimpler in Halle a. S. Die Trübungen der Hornhaut und Linse rufen neben der zahlenmäßig erweisbaren Herabsetzung der Sehschärfe noch gewisse Sehstörungen hervor, die als Blendungserscheinungen aufgefaßt und gewöhnlich als "Lichtnebel" bezeichnet werden. Dieselben können gelegentlich das Sehen und besonders bei Trübung nur eines Auges das binoculare Sehen mehr schädigen als die durch die Trübung bewirkte Verminderung der Sehschärfe. Aber auch die letztere kann Abweichungen von den durch andere
more » ... den durch andere Ursachen (Netzhaut-oder Sehnervenaffektionen) bedingten SehL schwächen zeigen, indem sie in einer Reihe von Fällen verschieden ist, je nachdem man die Sehschärfenbestimmung für die Ferne (ich setze natürlich die Korrektion etwaiger Refraktions-Anomalien voraus) oder für die Nähe vorgenommen hat. Beide Momente haben besonders bei den zur Feststellung etwaiger Herabsetzung der Erwerbsfähigkeit gemachten Untersuchungen ihre Bedeutung: einmal ist betreffenden Falles die Schädigung durch den "Lichtnebel" zu berücksichtigen, weiter ist stets eine Sehschärfenfeststellung auch für die Entfernung, in der die Betreffenden zu arbeiten haben, erforderlich. Wenn letztere zwar in der großen Mehrzahl der Fälle mit der üblichen Sehschärfenbestimmung für die Ferne in Uebereinstimmung steht, so kommen doch, wie erwähnt, Fälle vor, wo eine ausgeprägte Verschiedenheit vorhanden Ist, sodaß beispielsweise Personen, die für die Ferne 1/6 Sehschärfe angeben und die demnach für die Nähe (eventuell mit Konvexgläsern) Schweigger 0,6 in 10 cm lesen sollten, behaupten, selbst mittelgroße Schrift 0,9 oder 1,0 nicht mehr erkennen zu können. Wir sind natürlich leicht geneigt, aus diesem Mangel an Gleichheit der Prüfungsresultate in den verschiedenen Entfernungen auf Simulation zu schließen; aber doch können die Angaben vollständig den Sehverhältnissen entsprechen. Ueber diese im allgemeinen wenig beachteten Erscheinungen und über die optischen Hilfsmittel zur Hebung des Sehvermögens soll im Nachstehenden gehandelt werden. Bei den im Pupillargebiet liegenden Trübungen der Hornhaut und der Linse findet in der Regel eine unregelmäflige Brechung Dieses Dokument wurde zum persönlichen Gebrauch heruntergeladen. Vervielfältigung nur mit Zustimmung des Verlages.
doi:10.1055/s-0029-1187841 fatcat:uabvbpdc3ncsxgcpdvz25zqsyq