Ueber die Gramineen-GattungStapfia

E. Hackel
1899 Plant Systematics and Evolution  
Gattung beschrieben und abgebildet, die er Stapfia nennt. Die einzige Art, St. Colusana Davy, wurde yon dem Autor bet Princeton, Colusa County, Californien, entdeckt und ist jedenfalts eine tier merkwiirdigsteu neuen Gras-Gattungen, die in den letzten Jahren bekann'~ wurden. Nach der mir yore Verfasser gi~tigst mitgetheilten Probe hat die Aehre dieses Grases habituell einige Aehnlichkeit mit der yon Phalaris paradoxa, ist aber unter allen Grasern sofort daran zu erkennen, class die
more » ... sigh tiber die Aehrehen hinaus fortsetzt, daselbst mit einigen sterilen, schmallanzettliehen, grtinen Bli~ttchen besetzt ist und endlich mit einem Gipfel~hrehen schliesst. Sic sieht deshalb wie durehwaehsen aus. Bet n~herer Betrachtung finden sich ~hnliehe lanzettliche Bliittchen auch am Grunde der obersten Aehrehen, deren sehr kurze Stielchen aus dem Winket derselben entspringen. In derselben Ebene wie die Tragbl~tter sind nun aueh die 5--6 breit facherfSrmigen Spelzen des Aehrchens mit ihren Mittelnerven gelegen; sic tragen sammtlieh (mit Ausnahme des tier obersten) in ihrem Winkel Zwitterbliiten. Htillspelzen sind bet der Mehrzahl der Aehrchen gar night vorhanden, nur bet den obersten finden sieh am Grunde das oben erwiihnte Stfitzblatt, welches also als Aequivalent ether Htillspelze zu betrachten ist; die zweite, welche nach innen (gegen die Rhachis) fallen sollte, fehlt oder ist nur selten zu finden, wie der Autor angibt, und dann steht sie an der Rhachilla, w~thrend die vordere der Rhachis angehSrt. Dieses Verhalten erinnert sehr an Lolium, mit der die Pflanze sonst aber nicht verwandt scheint; vielmehr dtirfte der Verfasser Recht haben, wenn er die Gattung unter die Subtribus Meliceae der Tribus Festuceae, und zwar in die N~he yon Anthochloa stellt; immerhin stellt sie daselbst ein anomales Gras dar, und der Verfass~r betont mit Reeht, dass die gar nicht spelzeniihnlichen Bli~ttchen, welehe thefts die obersten Aehrchen sttitzen, thefts an der sonst naekten Aehsenverli~ngerung der Aehre sitzen und Uebergange zu dem Sttitzblatt der ganzen Aehre (dem obersten Laubblatt) zeigen, eine Homologie zwischen den Htillspelzen der Gri~ser und den Tragbl~ttern tier Bltiten in anderea Famitien darstellen. Was nun den Namen betrifft, welchen diese merkwtirdige Gattung zu tragen hat, so wurde ieh yore Herrn Custos-Adjuneten Dr. Zahlbruckner auhnerksam gemacht, dass bereits yon Chodat im "Bulletin de l'Herbier Boissier" V (1897), p. 939, t. 23, eine sehr gut charakterisirte Algengattung Stapfia aufgestellt worden ist, und dass daher der Name der Grasgattung ge~tndert werden muss.
doi:10.1007/bf01794514 fatcat:sozd7g4n3jcktdqzsn6p7tauuy