Joh. A. Repsold, Zur Geschichte der astronomischen Meßwerkzeuge

Joh. A. Repsold
1918 Astronomical Notes - Astronomische Nachrichten  
Nachtrage zu Band I (1908). 11. A l t e a r a b i s c h e I n s t r u m e n t e . Den urn 1 5 0 n. Chr. von PfoZemaeus gesammelten und im Almagest niedergelegten Nachrichten uber die astronomischen Instrumente der Griechen seit H$)arch's Zeiten folgen arabische erst um 7 50. Uber die zwischenliegenden 600 Jahre fehlt es a n Quellen. -Safer aber (sMathematiker und Astrononien der Arabercc, Leipzig 1900) berichtet uber mehr als 500 arabisch-persische Autoren aus ' dem -2eitraum von 7 5 0 bis
more » ... von 7 5 0 bis 1600. Nach, den darin vorkommenden Titeln ihrer Schriften zu urtheilen, haben die Araber in erster Linie die Astrolabien der Griechen nachgebildet, in vielen verschiedenen A4barten, die Sufer unter 1 0 -Namen zusammenfaflt (S. 239) als: I ) das allgemeine, 2 ) das rnit 2 Asten (oder Ringen), 3) das ersetzende, 4) das lineare, 5) das el-mubattah genannte, 6 ) das planisphare, 7 ) das SakLrische, 8) das Saratbnipche, 9 ) das sphiirische und 10) das Zargblische. Unter I ) , 6) und 9) darf man wohl die 3 Formen der griechischen Astrolabien vermuthen, 2 ) ist sehr wahrscheinlich der Jakobstab oder einer seiner Vorlaufer, 4), auch ))Stab des Tihi* genannt, wird als ein rnit Hulfe von Schnuren beweglicher Kechenschieber erklart (Journal asiat. I 895 Juni); die ubrigen scheinen nur den Namen ihrer Erzeuger zu fuhren, die kleine Eigenthumlichkeiten eingefuhrt haben mogen ; nahere Beschreibungen fehlen. Im Ganzen muO man aber wohl annehmen, daO die Bezeichnung )).4strolabium(( rnit der Zeit sehr umfassend angewandt wurde und fur sehr verschiedene Apparate galt, wenn sie nur zu Stern-peobachtungen dienten; etwa wie wir das y o r t ))Kreis(( benutzen in Meridiankreis, Hohenkrqis, Prismenkreis u. s. w. -Quadranten erscheinen bei den Arabern erst spater, urn 1300 (Safer, 268); auch sie kommen unter vielen verschiedenen Bezeichnungen vor, meist wieder nach Eigennamen oder rnit a n sich wenig bestimmenden Adjectiven, wie: derumfassende, dergeflugelte, dervollkommene; man wird aber annehmen durfen, dafl hier 'die charakteristischere Grundform des Quadranten beibehalten wurde. Als besondere Abarten treten hervor: der Sinus-Quadrant, wo innerhalb des Bogens auch Sinuslinien gezogen sind (SkdiZZof, I O~) , und der Muqantarltl) oder Azimuthal-Quadrant, zu dem die Azimuthal-Bewegung und -Ablesung nicht von den Griechen iibernommen ist; sie kommt wenigstens im Almagest nicht vor, ist rielmehr als den Arabern eigenthpmlich anzusehen und tritt um 87 o auf a n einem Azimuthe (Sufer, 2 5 ) : Man sieht aber nicht, weshalb Safer daraus einen A z i m u t h a l -Q u a d r a n t e n machen will; denn es ist auch spater (1260 in Mer%ga, Sufer, 148) von einem ))Aziniuthalkreis(c die Rede, der als ein fruhzeitiger Theodolit 'aufzufassen sein wird. Unter den von Sufer genannten Instrumenten findet sich auffalligerweise nicht der groOe Quadrant von 7 = ca. 9 m, der in Bagdad u m , 995 gebraucht sein sol1 (RaiZ(y 1,233) , ' ) Nach gefallfger Mittheilung des Herrn Prof. Dr. A?. Tschudi ist ~~m u q a n t a r~~ Particip des Verbs qantara, = gewolbt, muqantarAt, das ' ) In der Schreibweise der arabischen Namen folgen wir H. Suter. ' 1 NasZr war Perser von Geburt; TGs 1201-Bagdad 1274. 4, A m a b Z e -L o u i s -~~~a r i e -~~~c~e Z Byichillet you?-dain, Paris I 788-1 8 I 8. ' ) yourdain berechnet eine solche Elle zu 26 Z. (= 702 mm). fem. pl. (= almucantarat, wo a1 der Artikel), = Gewolbebogen und als terminus technicus = Parallelkreis (des Horizonts). .S&ZZot spricht dagegen (SldiZZot, 204) von einer arabischen coudee, die 6.3a/3 Z., also = 594mm hatte; er bezeichnet sie freilich nicht als astronomische, vielleicht war es die gewohnliche Elle, die nach 3'oourdain = astron. Elle war. 17
doi:10.1002/asna.19182061502 fatcat:btoq3ozg3bbydjem24q5urvona