Pädophilie und sexueller Kindesmissbrauch: psychologische und neurowissenschaftliche Perspektiven [article]

Tillmann H. C. Krüger, Henrik Walter, Klaus M. Beier, Jorge Ponseti, Boris Schiffer, Martin Walter, Leibniz Institut Für Psychologische Information Und Dokumentation (ZPID)
2020
Zusammenfassung Die öffentliche Debatte über sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen hat in den vergangenen Jahren in Deutschland zu einer Intensivierung von Präventions-und Forschungsaktivitäten mit Blick auf Opfer und (potenzielle) Täter geführt. Von besonderem Interesse für Diagnostik, Prävention, Behandlung und Prognose sind insbesondere Untersuchungen, die ein besseres Verständnis von Störungen sexueller Präferenzen sowie von strafbaren Sexualverhalten ermöglichen. Mit einem
more » ... hen. Mit einem besseren Verständnis der Ursachen erwachsen nicht selten auch neue Möglichkeiten der Behandlung sowie der Prognose bei bereits straffällig gewordenen Tätern oder Personen mit besonderem Risikoprofil. Neue präventive Modellprojekte und die Erforschung von Kindesmissbrauch und Pädophilie sowie der zugrundeliegenden klinischen, neuropsychologischen und neurobiologischen Korrelate, wie sie in Deutschland seit etwa zehn Jahren erfolgen, nehmen weltweit eine Vorreiterrolle ein. Das sich über elf Standorte erschließende Netzwerk »Kein Täter werden« ist ein primär-präventiver Ansatz für behandlungsbereite Männer mit pädophiler Neigung aus dem Dunkelfeld, um Missbrauchstaten zu verhindern. Im Rahmen des vom BMBF geförderten Forschungsverbundes NeMUP widmet sich eine multizentrische Forschungsinitiative den neurobiologischen Ursachen von Pädophilie und sexuellem Kindesmissbrauch. Ein zentrales Anliegen ist neben der klinischen Eingrenzung von unterschiedlichen Typen mit
doi:10.23668/psycharchives.3400 fatcat:di3eclaz2ng7thfva5pk7izde4