Weitere Mitteilungen über die Eiweiß sparende Wirkung verfütterter Ammoniaksalze

E. Grafe.
1912 Hoppe-Seyler´s Zeitschrift für physiologische Chemie  
In einer früheren Mitteilung mit V. Schläpfer 1 ) wurde nachgewiesen, daß es bei einer starken Oberernährung mit Kohlenhydraten gelingt, bei vorher unterernährten wachsenden Hunden mit Ammoniaksalzen Stickstoffgleichgewicht oder nahezu Stickstoffgleichgewicht zu erzielen. Am besten eignete sich dazu das Ammoniaksalz der Gitronensäure. Durch Darreichung dieses Salzes in größeren Mengen konnte ein Hund 15 Tage hindurch vollkommen im Stickstoffgleichgewicht gehalten werden, es fand sogar eine
more » ... ge N-Retention von 0,79 während dieser Zeit statt, doch ist die daraus pro die sich berechnende Menge von -[-0,053 2 ) täglichem Ansatz zu geringfügig, um den Schluß zu gestatten, daß es sogar gelungen war, die Sticfcstoffbilanz positiv zu gestalten. Derartige niedrige Zahlen fallen durchaus ins Bereich der Fehlerquellen. Parallel mit der Fütterung der Ammoniaksalze ging ein Gleichbleiben bezw. Ansteigen des Körpergewichtes, während bei gleicher Ernährung ohne Ammoniakzulage erhebliche Gewichtsabnahmen die Regel waren. Wir diskutierten die Deutungen unserer Versuche und gelangten zu der Überzeugung, daß es sich höchst wahrscheinlich um eine Ersparnis von Körpereiweiß handelte, und daß nach dem heutigen Stande unseres Wissens die Annahme einer Eiweiß-*) Diese Zeitschrift, Bd. 77, S. Iff., 1912. 2 ) Bei dieser Berechnung, sowie den folgenden, welche sich auf diese Periode beziehen, sind 3 Tage, an welchen ein kleiner N-Verlust der damals schwach alkalisch reagierenden Nahrung möglich war, nicht mitgerechnet; nimmt man diese Tage hinzu, so würden in den 18 Tagen 2,328 g N = 0,129 g pro die retiniert worden sein. Hoppe-Seyler's Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXXVIII. 33 Brought to you by | Purdue University Lib Authenticated Download Date | 5/31/15 12:33 AM *) Literatur bei Mendel, Ergebnisse der Physiologie, Bd. 9, 1911 und Abderhalden, Synthyse der Zellbausteine in Tier und Pflanze, Berlin, Springer, 1912. 2 ) Vgl. Rubner, Die Gesetze des Energieverbrauchs bei der Ernährung, Leipzig und Wien 1912, sowie die Lehrbücher der Physiologie und Stoffphysiologie. Brought to you by | Purdue University Li Authenticated Download Date | 5/31/15 12:33 AM
doi:10.1515/bchm2.1912.78.6.485 fatcat:ngjevkxbq5hmvelpewqbaj3bmq