Vereinigung der Deutschen medizinischen Fachpresse

1911 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Der Vorsitzende erstattet den Geschäftsbericht über das verflossene Jahr. Daraus ist zu erwähnen, daß die Vereinigung jetzt 146 Mitglieder zählt, durch die 120 Zeitschriften vertreten werden. Es folgt die Erstattung des Kassenberichts: Die Versammlung beschließt Entlastung vorbehaltlich der noch vorzunehmenden Prüfung' der Rechnung. Die Zulässigkeit der Abgabe von Sonderdrucken zu Propagandazweeken. Referent: Herr Lennhoff. Nach eingehender Beratung wurden folgende Leitsätze vereinbart: Um
more » ... vereinbart: Um unbefugten und unkrontollierharen Nachdruck von Arbeiten zu verhindern, werden die Redaktionen ersucht, bei Annahme eines Manuskriptes Ueberlassung des Urheberrechts nach § 42 des Gesetzes über das Verlagsrecht zu verlangen. Gegen die Propaganda durch Sonderdrucke ist weder im interesse der Autoren, noch in dem der Aerzte und Kranken etwas einzuwenden, falls folgende Voraussetzungen erfüllt werden: Die Sonderdrucke müssen einen unveränderten Abdruck der Originalarbeit 'bilden. Es dürfen nicht zu Reklamezwecken einzelne Teile durch den Druck hervorgehoben, Zusätze gemacht oder Stellen weggelassen werden. Die Abgabe von Sonderdrucken an eine industrielle Firma darf nur erfolgen gegen deren Verpflichtung, eine Versendung an das Laienpublikum zu unterlassen. Die einer Firma gelieferten Sonderdrucke dürfen ohne erneute Erlaubnis des Autors nicht länger als bis zum Schluß des folgenden Kalenderjahres verwendet werden. Um die Durchführung dieser Maßregel zu sichern, ist jeder Sonderdruck auf dem Titel mit folgendem Aufdruck zu versehen: Verbreitet mit Erlaubnis des Autors bis zum D es weiteren wurde vereinbart: Falls: LeitsätzeTdieser Art endgültig angenommen werden, muß von seiten des Vorstandes ein Formular entworfen werden, das alle' der Vereinigung angeschlossenen Redaktionen gleichmäßig zu verwenden haben, wenn sie einem Autor mitteilen, daß sie seinen Aufsatz zum Abdruck angenommen haben. Ueber die weitereBehandlungderLeitsätzewurdebeschlossen: Der Vorstand wird beauftragt, möglichst bald dem Industrieverband Kenntnis von den Leitsätzen zu geben und ihn um seine Ansicht zu befragen. Die Redaktionen sind dann eingehend übei-die Bedeutung der Leitsätze zu belehren und zu bitten, sich möglichst bald mit ihren Verlegern ins Benehmen zu setzen und mit ihnen eine Vereinbarung zu treffen, daß auch die Verleger sich zur Innehaltung dci Leitsätze verpflichten. Sobald dies geschehen, soll eine spätere Mitgliederversammlung, gegebenenfalls eine eigens einzuberufende außerordentliche, endgültig beschließen. Herr Lennhoff verliest sodann folgendes Schreiben von Heim H a r n a e k-Halle: "Die Freie Vereinigung der Deutschen medizinischen Fachpresse möchte ich ersuchen, über die Frage zu beraten resp. zu beschließen, ob in Fällen, in denen wissenschaftliche Joumnalartikel als Separatabdrücke von seiten industrieller Firmen bestellt werden, nicht den Verfassern der Artikel ein Anspruch auf Tionorarbewilligung zuerkannt werden sollte. Es scheint mir dies der Gerechtigkeit zu entsprechen, während ich es für bedenklich hielte, wenn ein Autor im einzelnen Falle seine Bewilligung zur Lieferung solcher Separatabzüge von einer Honorarforderung abhängig machen würde." Lennhoff bemerkt dazu, daß er von diesem Schreiben den Kornrnissionsmitgliedern Kenntnis gegeben habe. Schon bei früherer Gelegenheit habe eine Generalversammlu ng diesen Gegenstand beraten, ohne aber einen Beschluß zu fassen. Man habe eine gewisse sachliche Berechtigung nicht verkannt, aber befürchtet, daß in seiner Gutheißung eine Verführung zu laxeren Handlungen liege. Die Bedenken seien auch heute noch überwiegepd. Dem stimmJ die Versanlizlung zu und beschließt, der Anregung keine Folge zu geben. Satzungsänderung. Die neuen Satzungen werden einstimmig angenommen. Wir geben hier nur die allgemeiner interessierenden Paragraphen wieder. § 1 . Die Vereinigung der Deutschen medizinischen Fachpresse hat den Zweck, gemeinsame I nteressen der medizinischen Fachpresse zu fördern. Die Vereinigung besteht aus ordentlichen, außerordentlicheii upd Ehrenmitgliedern. Ordentliche Mitglieder der Vereinigung können Redaktewe solcher medizinischen Zeitschriften werden, die in deutscher Sprache erscheinen, seit mindçtens zwei Jahren bestehen ind den wissenschaftlichen oder Standesinteressen dienen.
doi:10.1055/s-0028-1131184 fatcat:fyov34uirfg5vdasjdsbxf4zja