Selbstanzeigen

1914 Kant-Studien  
Selbstanzeigen (Caldwell). 277 zu sammeln, dieses dann aber zur exakten, d. h. theoretischen Wissenschaft durch die "logische Mühle zu zermahlen" und zu verarbeiten sei. Wenn dabei der Verfasser von dem "Unmittelbar Gegebenen" als dem "Fundament unserer erkenntnistheoretschen Eeflexion" spricht, so ist das richtig psychologisch zu verstehen; vor einer Auslegung im psychologistischen Sinne dagegen ist er gesichert, da er von diesem "Fundament" die "Fundamentbegriffe" trennt, denen gegenüber das
more » ... enen gegenüber das "unmittelbar Gegebene" als das "logisch Ableitbare" bezeichnet wird. Immerhin kündigt sich hier eine, wenn schon leicht gutzumachende Schwäche des Buches an; eine stellenweise unklare und unscharfe Terminologie. So ist es z. B. geradezu unzulässig "populäre" und "wissenschaftliche Begriffe" zu unterscheiden; Begriffe sind nun einmal überall und immer wissenschaftlich, und ihr Gegensatz sind populäre Vorstellungen. Ebenso war es zu vermeiden, von der " Apriorität der populären Begriffe und der theoretischen Wissenschaften gegenüber der Erkenntnistheorie" zu reden. Der Begriff des apriori wird hier im Sinne des psychologischen Vorhergehens gebraucht, was seiner • philosophischen Bedeutung direkt zuwiderläuft. 4 Jena. Karl Gerhardt. Selbstanzeigen. Caldwell, William, MA. DSc [Edinb. Schottland]. Sir William Niccdonala Professor of Philosophy MC GilP University. Montreal, Canada. Pragmatism and Idealism. London. Adam and Charles Black. 1913. Was das vorliegende Werk verwirklicken möchte, ist, die Wurzeln und die Voraussetzungen der sogenannten Pragmatischen Philosophie, die eine so grosse Rolle in Amerika, England und Frankreich in neuester Zeit gespielt hat, aufzudecken und zu entwickeln. Wenn auch in den letzten zehn Jahren viel über den Pragmatismus geschrieben worden ist, so bleibt doch die Frage selbst eine offene -um wenigstens nach den neuesten Werken und Zeitschriften und Diskussionen zu urteilen. Und die Gelegenheit scheint günstig, hier eine aller "Schopenhauers System in seiner Philosophischen Bedeutung" veröffentlichte) ganz klar, dass die deutsche Philosophie schon lange -durch Fichte, Kant, Schopenhauer usw.eine Tiefe und eine Höhe besessen hat, die man vergebens sucht in der neueren Aktivitäts-Philosophie von Amerika und England. Trotzdem gibt es für ihn interessante und wichtige Beziehungen zwischen dem amerikanischen Pragmatismus und einigen neuen Erscheinungen in der deutschen Philosophie, wie etwa der Humanismus eines Eucken, die Psychologische Bewegung der Göttinger Friessehen Schule, die Hypothesen-Philosophie von Vaihinger, Mach, Ostwald usw. Diese sämtlichen Punkte wie die ganze Frage der Beziehungen des Pragmatismus zu vielen der gegenwärtigen Tendenzen in Wissenschaft, Literatur, Theologie usw., findet man in dem Suche behandelt Eine seiner Hauptbestrebungen, vom europäischen Standpunkt aus, ist, die alten (europäischen) und die neueren (amerikanischen) Versuche einer konstruktiven Lebensanschauung zu verbinden. Der Verfasser (zuerst Dozent in Edinburgh, Schottland, später Professor in den Vereinigten Staaten, und schliesslich Professor in Montreal, Canada) hat sich ernstlich bemüht, den wirklichen Anteil des amerikanischen Geistes an der Philosophie der Welt aufzuzeigen und zu beweisen. Denn schliesslich sind jetzt die Vereinigten Staaten über das Schülerstadium hinaus. Daher das Kapitel über "Pragmatism äs Americanism*. Es ist [S. 169] durchaus nicht ausge-Brought to you by |
doi:10.1515/kant.1914.19.1-3.277 fatcat:unznrluhuvg6tb6acvxubdjyoe