Ueber die betrügerische Färbung der Weine

Arm. Gautier
1876 Archiv der Pharmazie  
A. Gautier, Ueber die betriigerische Farbung der W e i n e . Hochst auffallend war ferner, dass Wasserstoff, (d. i. Zink und Salzsaure) jungen Rothwein (1875) sehr rasch entfarbte, wahrend altere (1865) ausserst langsam und nie vollstindig die Entfarbung zeigten. Dass mit diesen Mittheilungen das chemische Verhalten des Weinfarbstoffes, sowie der zur Verfalschung des Rothweins dienenden Farbstoffe noch lange nicht festgestellt ist, liegt klar vor Augen. Jedenfalls tragt aber die letzte
more » ... die letzte tabellarische Uebersicht dazu bei, Unzuverliissigkeit mancher Proben, seiner Zeit empfohlen, klar zu legen. Mogen Interessenten und Forscher neuerdings durch diese Worte veranlasst werden , auf dieRem Gebiete zuverlassige Erfahrungen zu sammeln, dazu geeignet , die chemische Beschaffenheit des Weinfarbstoffes, so wie der ubrigen, in Frage kommenden Farbstoffe aufzuklaren und absolut sichere Unterscheidungsmerkmale festzustellen. Mit grossem Interesse haben wir daher vor Allem auch den weiteren Mittheilungen von J. N e s s l e r entgegen zu sehen, die er uns in Aussicht stellt. Ueber die betrtigerische F#rbnng der Weine. Von Arm. Gautier.'): Seit einigen Jahren verbreitet sich das kiinstliche Farben der Weine, welches bisher nur in den grossen Stadten wie Paris, wo die Stadtzolle sehr hoch sind, ausgeubt wurde, auch in den Productions -Districten und nimmt dergestalt zu, dass die Preise der dazu dienenden Materialien, wie Cochenille, Malven, die Fuchsin -Abfalle etc., bedeutend gestiegen sind. Dieses bedauerliche Verfahren hat weniger zum Zweck, den rothen Weinen eine lebhaftere Farbe zu ertheilen, als ihnen im Verhaltniss zu der Intensitat der fremden Farbe *) Bullet. de la Boc. chim. de Paris, 18 H, XXV. No. 10, 11 und 12. s. 435, 483 und 530. *) Man muse meine Vorschriften zur Bereitung dor Reagentien genan befolgen, wenn man brauehbare Resultate ermarten will.
doi:10.1002/ardp.18762090603 fatcat:4mpx443c5bdpbmudyb2el5m3kq