Über Neurotische Atmungstetanie

Hans Curschmann
1922 Klinische Wochenschrift  
5, AUGUST i922 KLINISCHE WOCHENSCH regungszust/mden, wie dem Asthma bronchiale, dem Henfieber usw. gesehen und v. Nzuss~ konnte such experi-mente11 Eosinophilie durch Pilokarpin, den Erreger des parasympathischen Systems erzeugen. In der Literatur sind 2 FMle yon STI~ISOWER bekannt, bet denen Eosinophilie bet malignen Tumoren vorkam und die yon dem Autor auf mechanische Vaguserregullg durch die Tumormassen zurfickgeiiihrt wird. Das eine Mal handelte es sich um peribronchiale Ausbreitung yon
more » ... Ausbreitung yon Metastasen eines Uteruscarcinoms, "wodurch wohl eine Reizung der Vagusverzweigungen in den Bronchien stattgefunden haben k6nnte", das zweite Mal um ein Lymphogranulom am Halse, das beide Vagi eingebettet hatte. Auch KAPPIS beschreibt einen Lungentumor mit hochgradiger Bluteosinophilie. Er selbst erkl~rt diese dutch, eine Reizwirkung zerfallender Tumormassen auf die Bildungsstgtten der eosinophilen Zellen, w~hrend STRISOWE~ auch hier mechanische Vaguserregung gelten lassen mSchte. Es liegt somit nahe, such bet unserem Falle an ghnliche Vorg/~nge zu denken, die vor der Operation bestehende Eosinophilie als Ausdruck der Ummauerung, somit mechanischen Erregung des Vagus durch den Tumor zu werten, die mit eingetretenem Recidiv wieder zur alten H6he ansteigende Zahl der Eosinophilen wiederum mit mechanischer Erregung des peripheren Vagusstumpfes durch Umwachsung mit Tumormaterial. Die Operation w~re also mit einem gut gelungenen Experiment zu vergleichen. Jedoch gegen diesen Gedankengang lassen sich auf Grund unserer t3eobachtungen Einwendungen erheben. Irgendwelche klinischen Symptome, die man als erh6hten Tonus des Parasympathicus (erweiterten Vagus) deuten k6nnte, also etwa Bradykardie, Hypersekretion oder spas~dsche M.otilitgtsst6rungen im Magendarmkanal usw. hat Patient weder vor noch nach der Operation gehabt. Ferner scheint das Recidiv weniger yon in der Tiefe zurtickgelassenem sis in der Haut haften gebliebenem Tumormaterial ausgegangen zu sein. Die Eosinophilie, nach der Operation fast zur Norm zuriickgegangen, nahm wieder zu, als sich die Haut in der Umgebung der Operationsnarbe zu infiltrieren begann. Wer andererseits an die zahllosen Reizversuche denkt, die man am Vagus angestellt hat und die zum Tell zu recht verschiedenen Resultaten ffihrten --ich erinnere nur an die Ulcusforschung! --der wird auch in diesem Falle vorsichtig sein. Im fibrigen batten wir in der letzten Zeit Gelegenheit, mehrere Fglte yon lnalignen Halstumoren zu beobachten --bet einem niche operierten bestand eine Recurrenslghmung, bet einem zweiten wurde bet der Exstirpation des Tumors (eines linksseitigen branchiogenen Carcinoms) der Vagus reseziert -bet keinem land sich eine Eosinophilie.
doi:10.1007/bf02033133 fatcat:jdngtozrgbhllpj432egssxrpa