Bemerkungen über die Lithoponefabrikation

G. Krueger
1912 Angewandte Chemie  
Hier sind also Acetate entstanden, sowohl aus Watte wie aus Hydrocellulose, welche mit 0,5 g H,S04 auf 50 ccm Acetylierungsgemisch sich schon zur groUeren Halfte in Alkohol losen, und der Rest vollig in Aceton; mit 1 g H2SO4 (bei 70°, 24 h) ist fast alles in heil3em Alkohol loslich geworden und besteht zum grol3en Teil aus krystallisierendem Cellobioseoktoacctat. Die Drehung ist von links nach reclits iibergegangen, Cellobioseacetat polarisiert [?ID + 42". Vnter geeigneten Bedingungen
more » ... dingungen verschwindet auch das schwer losliche Cellobioseacetat, und die Ester sind schliel3lich zu D e xt r o s e J) e n t a a c e t a t acetolysiert, welches sich mit guter Ausbeute leicht in reineni Zustande isolieren lal3t. Es ist das in warmem Alkohol leicht losliche a-Pentaacetat von 112" Schmelzpunkt und vom spezifischen Drehungsvermogen (in Chloroformlosung) [ ( I ] , , + 104". Oloer diesen Abbau der Cellulose zu Dextrosepentaacetat wird demnachst besonders berichtet werden. Auf die Abhandlung in Heft 13 dieser Z., die mir erst vor einiger Zeit zur Kenntnis kam, mochte ich, urn Irrefiihrung weiterer Kreise zu verhindern, folgendes zu erwidern nicht unterlassen. Die heutige Lithoponefabrikation ist durchaus nicht so einfach, daD sie dem Chemiker wenig Interessantes biete, denn z. B. nur die Fragen der Ausnutzung billigster minderwertiger Zinkmaterialien, der Reinigung der Zinklaugen, der "T,ichtechtmachung", liefern eine ganze Reihe chemisch interessanter Probleme. Namentlich aber deren Umsetzung in praktischen GroUbtrieb, in dem steten Bestreben, die Verfahren in den einzelnen Stationen zu b i 1 1 i g e r e n a u s z u g e s t a I t e n , ist keineswegs so selbstverstandlich und leicht, wie der Vf. urteilt, und setzt umfangreiche Erfahrungen voraus. Es ist iiberhaupt wichtig, bei Betrachtung des Herstellun,osprozesses, dem eine an sich ja einfarhe Gleichung zugrunde liegt, das Erfordcrnis hoelister W i r t s c h a f t 1 i c h k e i t zu betonen. Ausderen Notwrndigkeit ernuchscn dem Chcmiker und dem Konstrukteur ganz neue -4ufgaben zur Vrrvollkommnung und Verbilligung der Fabrikation; sic erstrekken sich nanientlich auf Verwendung billigerer zinkhaltiger Rohmaterialien, auf Einfiihrung billigerer Wege zu deren Nutzbarmachung und auf technische Verbesserungen in der Konstruktion und Ausnutzung der cinzclnen Einrichtungen zur Erzielung giinstigster Ausbeuten bei vorziiglichem Produkt. DaU diese Restrebungen manche Schwierigkeiten und ihre Erfolge in der Tat ein gewisses Geheimnis bietcn, sieht man an manchen Retriebsergebnissen der Praxis undan den Mitteilungen der Abhandlung. Die mitgetciltcn Ofcnkonstruktionen sind Zuni Teil ungeeignet und veraltet; darin muB ich dem Vf. beipflichten, daB in nianchen Lithoponewerken die Einrichtung auf einc modernera Hbhe gebracht werden kann. Es hat sich gerade in der Lithoponeindustrie am Schicksal verschiedener Fabriken erwiesen, wie wichtig eine zeitgemaD konstruierte und ausgestattete Einrichtung und vor allem eine Gesamtdisposition ist, die einerseits nach modernen technischen Grundsatzen erfolgt, andercrseits den vielen Eigenheiten des Betriebes Rechnung tragt. Der Ingenieur ist hier unentbehrlich. Der Vf. scheint allerdings keine praktische Erfahrung zu haben, da er schreibt: "Wenn der Bottich mit der abgekiihlten rohen Schwefelbariummasse geladen ist, liil3t man das Wasser oben in den Bottich eintreten." Die Masse wiirde dann leicht steinhart werden! Der vorgeschlagene Bottich ist unbrauchhar.
doi:10.1002/ange.19120252905 fatcat:7sbdncxcrvbgbo7e3kiikduzhi