Ueber die pharmakologische Gruppe des Piperins

R. Buchheim
1876 Naunyn-Schmiedeberg's Archives of Pharmacology  
Sehon vor einigen Jahren habe ich daranf aufmerksam gemacht 1), dass im schwarzen Pfeffer zwei Stoffe enthalten sind, welche bei analoger chemiseher Constitution eine sehr i~hnliehe Wirkung zeigen. Der eine dieser Stoffe ist das Piperin. Der Umstand, class dieses aus dem coneentrirten weingeistigen Auszuge des Pfeffers sich in schiinen Krystallen abscheidet, hat wohl die Veranlassung dazu gegeben, dass dasselbe schon 1819 yon Oerstedt entdeekt wurde, der es ftir die Ursache des seharfen
more » ... es seharfen Geschmaekes des Pfeffers er-kI~rte. Pelletier, welcher das Piperin 1821 darstelltc, fand, dass dasselbe um so weniger scharf schmeekte, je reiner es war. Dies veranlasste ihn, den scharfen Geschmack des Pfeffers nicht dem Piperin, sondern einem beigemengten ttarze zuzusehreiben. Es gereicht in tier That der Wissenschaft nicht zur Ehre, dass wir tiber den wirksamen Bestandtheil eines unserer am h~ufigsten gebrauehteu Gewtirze so lange Zeit im Unklaren geblieben sind. Naehdem ich sehon frtiher mit Herrn J. C. N eu m ann 2) einige Versuche zur Entseheidung dieser Frage gemacht hatte, habe ieh dieselben in neuerer Zeit wieder aufgenommen. 2000 Grin. Pfeffer wurden mit Weingeist ausgezogen und dieser abdestillirt. Das zurtiekbleibende Extract wurde mit Wasser behandelt, welches nut wenig davon aufnahm und keinen seharfen Geschmaek zeigte. Der in Wasser unliisliche Theil des Extraetes wnrde einige Male mit Aether gesehtittelt, so lange sieh dieser noch fgrbte. Der yon dem Aether nicht gelSste Theil des Extractes bestand fast 1) Archiv f. patholog. Anatomic. Bd. LYI. S. 9. 2) Ueber den vorzugsweise wirksamen Bestandtheil des schwarzen Pfeffers. Dorpat 1860.
doi:10.1007/bf01976906 fatcat:c2arogh4nnhndlejuhfvliuyii