Francia­Recensio 2015/3 Mittelalter-Moyen Âge (500-1500)

Spencer Young
unpublished
(Cambridge University Press) 2014, X-260 p. (Cambridge Studies in Medieval Life and Thought. Fourth Series, 94), ISBN 978­1­107­ 03104­3, GBP 60,00. rezensiert von/compte rendu rédigé par Sita Steckel, Münster Spencer E. Youngs Studie zu gelehrter Gemeinschaft an der frühen Pariser Universität ist aus einer Dissertation bei William Courtenay hervorgegangen. In klassischer universitätsgeschichtlicher Herangehensweise nähert sich Young seinem Thema teils von personen­ und
more » ... tutionengeschichtlicher, teils von ideengeschichtlicher Seite. Der zentrale Gegenstand der Arbeit ist, wie der Autor treffend zusammenfasst, die »Generation Parens scientiarum« (S. 7) unter den Pariser Theologen, also die Gelehrten der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Diese Zeit kam, wie jüngst auch durch Nathalie Gorochovs gleichzeitig entstandene Arbeit zum selben Zeitraum deutlich wurde , im Windschatten der bewegten Anfangsdekaden der Pariser Schulen im 12. Jahrhundert und der ruhmreichen Blüte der Hochscholastik ab der Mitte des 13. Jahrhunderts bislang etwas zu kurz. Ein einleitendes Kapitel stellt zunächst den institutionellen und intellektuellen Rahmen der entstehenden theologischen Fakultät vor und diskutiert vorhandene Spannungen zwischen verschiedenen Gruppen wie den Bettelorden und den weltgeistlichen Magistern und zwischen verschiedenen theologischen Strömungen. Dies wirft eine zentrale Frage der gesamten Arbeit auf, namentlich die nach der Einheit der theologischen Fakultät als scholarly community beziehungsweise dem Einigungs­ und Normierungsprozess der frühen Dekaden der Universität. Das Kapitel thematisiert dazu etwa zeitgenössische Diskussionen um die Frage, ob man der Theologie seine gesamte Karriere widmen sollte oder ob der Transfer des erworbenen Wissens in die Seelsorge höhere Dignität aufweise. Eine weitere Diskussion, die auch im Verlauf der nächsten Kapitel untersucht wird, betrifft die frühe Aristotelesrezeption. Zudem geht das Kapitel auf die Ausprägung der typischen theologischen Gattungen der Predigt, der Sentenzenkommentare sowie der quodlibetalen Disputationen ein und fragt abschließend nach der Autorität der Theologen außerhalb der Universität. Das zweite Kapitel, »The Parens scientiarum Generation: an Inside Look« widmet sich einer systematischen Durchsicht der bekannten Theologen. Es setzt sich mit der Frage auseinander, ob sich eine Professionalisierung der Theologentätigkeit im Sinne einer lebenslangen Karriere feststellen lasse-und inwiefern wir dies auf der vorhandenen Quellenbasis beweisen können. Young diskutiert Lizenzhinweis: Dieser Beitrag unterliegt der Creative­Commons­Lizenz Namensnennung­Keine kommerzielle Nutzung­Keine Bearbeitung (CC­BY­NC­ND), darf also unter diesen Bedingungen elektronisch benutzt, übermittelt, ausgedruckt und zum Download bereitgestellt werden. Den Text der Lizenz erreichen Sie hier: https://creativecommons.org/licenses/by­nc­nd/4.0/
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