DSSHerbicide: Feldversuche zur Unkrautbekämpfung im Winterweizen-Wege zur Entscheidung

David Sefzat, Friederike De Mol, Bärbel Gerowitt
2014 26. Deutsche Arbeitsbesprechung über Fragen der Unkrautbiologie und-bekämpfung, 11.-13. März 2014 in Braunschweig 412 Julius-Kühn-Archiv   unpublished
Zusammenfassung Entscheidungshilfesysteme für die Herbizidauswahl können wirksame, ökonomisch optimierte Herbizidmischungen mit reduzierten Aufwandmengen errechnen, wenn Daten zur schlagspezifischen Verunkrautung eingegeben werden. Damit sind sie ein sinnvolles Hilfsmittel für die Integrierte Unkrautbekämpfung. Bevor sie in der Praxis empfohlen werden können, müssen ihre Empfehlungen geprüft werden. In Mecklenburg-Vorpommern wurden auf Winterweizenschlägen zwei Herbizidfeldversuche angelegt, in
more » ... rsuche angelegt, in denen vier verschiedene Prototypen von Entscheidungshilfesystemen als Prüfglieder getestet wurden. Drei weitere Prüfglieder waren Expertenempfehlungen von privaten Beratern, amtlichem Warndienst und Landwirten sowie eine unbehandelte Kontrollvariante. Herbizidwirkungen im Herbst, Unkrauttrockenmasse nach Abschluss der Bekämpfungsmaßnahmen im Frühjahr, Herbizidkosten und Weizenerträge wurden zur Bewertung der Empfehlungen der Entscheidungshilfesysteme erfasst. In dem ersten Feldversuch mit geringer Unkrautdichte vor der Bekämpfung lag die Wirkung bei mindestens 85 %. Wirkungsgrade waren in zwei Prototypen geringer als in den Expertenvarianten. Es wurden keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Restverunkrautung in den verschiedenen Entscheidungsvarianten gefunden. Die Herbizidkosten waren auf diesem Standort in den Expertenvarianten höher als in den Varianten der Entscheidungshilfesysteme. Für die Weizenerträge konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Varianten, selbst im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle, gefunden werden. Auf dem zweiten Feldversuch mit höherer Unkrautdichte lagen die Wirkungsgrade in allen Entscheidungsvarianten niedriger. Für Poa annua und Matricaria recutita wurden signifikante Unterschiede in der Wirkung zwischen den Entscheidungsvarianten gefunden. Diese Unterschiede wirkten sich nicht in signifikant unterschiedlichen Restverunkrautungen und Erträgen zwischen den behandelten Varianten aus. Drei der Prototypen hatten sehr niedrige Herbizidkosten bei der Herbstapplikation, aber sehr hohe bei der folgenden Frühjahrsbekämpfung. So waren die Herbizidkosten insgesamt höher als bei den Expertenvarianten. Aus den Versuchen kann das Fazit gezogen werden, dass mehrere Prototypen von Entscheidungshilfesystemen sinnvolle Bekämpfungsempfehlungen geben. Auf unkrautarmen Schlägen wurde ein deutliches Einsparpotential an Herbizidkosten offensichtlich. Abstract Herbicide decision support systems can calculate efficient, economically optimized herbicide mixtures with reduced dosages, if field specific weed data are given. Thus, they can be a sensible tool for integrated weed control. However, advises of decision support systems have to be tested before introducing them into practical farming. In Mecklenburg-Vorpommern two herbicide field trials were installed with four different prototypes of decision support systems. An untreated plot and three expert advices, private advisors, official advisory service and a farmer decision, were included as additional test variables. Herbicide efficacies in autumn, weed dry matter after spring applications, herbicide costs and wheat yield were measured to evaluate the decision support system prototypes. In one field trial with low weed density before treatments efficacies were at least 85%. In two prototypes efficacies were lower than in the expert plots. No significant differences between decision variables were found regarding weed dry matter after spraying in spring. On this site, herbicide costs were higher when expert advises were used compared to decision support system advises. No significant differences were detected in yield. Even yield in "untreated" was not significantly different. The second field trial carried higher weed densities. Here herbicide efficacies were lower in all treatments. Poa annua and Matricaria recutita were significantly affected by the treatments resulting from the decision tools. However, these differences did not result in statistically different weed dry matter or wheat yield. Three of the prototypes advised solutions with very low herbicide costs in autumn, but high costs in spring. As a result, total weed costs in these plots were higher than in the plots advised by experts. It is concluded from the field trials, that
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