Zweite Abtheilung. Monocotyledonische oder einsamenlappige Familien [chapter]

1852 Botanik  
Zweite Abtheilung. Monocotpledonische Familien. 63 fchiedener Böller benutzt. Die Wurzel von Aspidium Filia mas, Wurm» farren, IohanniSwurzel, jetzt wichtig als Mittel gegen Bandwurm, früher berühmt als Alraunmännchen. Die wichtigsten bei unS vorkommenden Gattungen find: Polypodium, Engelsüß, Aspidium, Schildfarrrn, Asplenium, Streifenfarren, Pteris, Saumfarren, Blechnum, Rippenfarren, Ophiogldssum, Natternzunge, Botrychium, Mondraute, Osmunda, Traudenfarren. Der Wichtigkeit der Farrenkräuter
more » ... der Steinkohlenformation wurde schon §. 82. gedacht. An die Farrenkräuter reihen fich die kleinen im Wasser wachsenden Wasserfarren, Salviniaceae unb Marsiliaceae, mit gestielten Sporangien an der BafiS der Blätter, mit den Gattungen Salvinia, Salvinie, und Pilularia, Pillenkraut, so wie die ästigen, mit spitzen einfachen Blättern be setzten, den Moosen nicht unähnlichen Bärlappkräuter, Lycopodiaceae (Lycopodium, Bärlapp), welche einfache, zweiklappige Kapseln mit Keimkörnern in Aehren zusammen gedrängt, oder seltener in den Blattwin keln haben. Ihre Sporen liefern Bärlappsamen oder Hexenmehl, das ge wöhnliche Streupulver. Die Lepidodendreae sind riesige Formen derselben in den Steinkohlen. Zweite Abtheilung. Monocotyledonische oder einsamenlappige Familien. Phanerogamische Gewächse mit wahren Blüthen und Samen. Die Wurzel ist eine Nebenwurzel oder Büschelwurzel, zuweilen Knollen tragend oder eine Zwiebel, oder ein horizontaler Wurzel» stock. Stengel einfach, selten ästig, ohne die characteristische Rinde der Dicotyledonen; Holzgefäße und Markzellen gewöhnlich darin vermischt. Die parallelnervigen, fingernervigen, selten netzaderigen Blätter meist am Grunde in eine Scheide erweitert, welche den Stengel umfaßt. Die Zahl der Kelchblätter (wenn dieser vorhan den ist), Staubgefäße und Griffel ist gewöhnlich drei, oder ein Mehrfaches davon (3, 6, 9, 12) selten durch Fehlschlagen 1, 2, 4, 5, 8. Die Dlumenkrone fehlt: häufig aber sind alle, oder nur die innere Reihe der Kelchblätter blumenartig gefärbt. Der Em bryo ist kegelförmig, einsamlappig und (mit Ausnahme der Najadeen und Alismaceen) eiweißhaltig. 7. Fam. Grainineae, Gräser. Endl. 42. Krautartige, selten hohe, holzige Pflanzen, deren Stengel (Halm, cuhiHis) knotig, einfach, selten ästig, meist hohl ist, mit glatter, durch Kieselerde-Ablagerungen harter Oberfläche, häufig ein zum Theil un terirdischer, kriechender Wurzelstock. Blätter an den Knoten sitzend, stach oder gekielt, lineal, oder (in den Tropen) verbreitert und dann Unauthenticated Download Date | 2/25/20 11:33 PM Beschreibung der wichtigskn PfWittfieW«. mit einem Blattstiele. Immer eine Blattscheide (vagina), die den Stengel umfaßt, ohne verwachsen zu fein, nab unterhalb der Blattstäche mit einem vorstehenden gewirnperten Häutchen (ligula) versehen ist. Blüthenstand mannigfaltig, ans zweizeiligen Aehrchen zusammen gesetzt, einfach, n'Spenartig oder traubig. -Blüthen zwitterig, selten monöcistisch oder polygamisch. Jedes Aehrchen (spicula) hat am Grunde 1 bis 2 leere unfruchtbare Blüthenscheideu (spatha bei den Jrideeu, hier Bälge, glumae genannt), welche gekielt und meist ziemlich groß sind. In deren Achse sitzen nun zweiseitig die Blüthchen einzeln, zu zwei oder zu mehreren und zwar entweder alle fruchtbar, oder eines oder mehrere unfruchtbar. Jedes Blüthchen besteht aus 4 streifen. Den ersten bilden 2 gegenüber und übereinander gestellte Schuppen (palea inferior und superior, obere und untere Kelchspelze) von denen die un tere gekielt, oft mit einer Granne (arista) versehen, einoder mehr nervig ist, die innere und obere dagegen kleiner, selten gegrannt, mehrnervig. Der zweite Kreis, oft fehlend, oft übersehen, wird durch zwei kleine, fleischige Schuppen (squamulae oder lodiculae) gebildet, welche mit den Spelze« abwechseln; eS sind die verkümmerten inneren Kelch blätter, von denen sich das dritte, der Are zugekehrte, selten oder nie ausbildet. Den dritten Kreis bilden die (2), 3, 6 und mehr Staub gefäße, mit langen haarförmigen Filamenten nnd langen, zweiftchrigen, an den Enden gespaltenen Antheren. Der Fruchtknoten, der vierte und innerste Kreis, ist einfach, einfamig, hat an der einen Seite eine Furche, ist oben oft behaart, trägt einen oder 2 Griffel mit langen federigeu Narben. Die Frucht (caryopsis) springt nicht auf, verwächst fest mit dem einen Samen und oft auch mit den Spelzen (Gerste, Hafer). Der linsenförmige Embryo liegt an der Seite des großen, mehligen Eiweißes. Gegen 4000 Arten, '4, aller Phanerogamen, durch Mehlgehalt nnd als Liehfutter wichtig; die Stengel der 60' hohen Bambusa arundinacea und von Arundo Donax als Bambusrohr und spanisches Rohr zu vielen technischen Zwecken verwendet; Saccharum und Zea durch den Zuckergehalt ihres Halme-nutzbar. Mehrere ofsicinell; Lolium temnlentum, Taumel lolch, wenigstenverdächtig. Meist gesellig, bilden ste in den temperirten Zonen Wiesen. Die vorzüglichsten Wiesen-und Futtergräser unserer Ge genden sind! Alopectirus pratensis, Fuch-schwanz, Pbleum pratense, Lieschgra«, Thtmotheu-gra-, Anthoxanthumodoratam, Ruchgra-, Holens lanatus, Honiggras, Avena elatior, französ. RaigraS, Poa pratensis und trivialis, Ri-pengraS, Festuca pratensis, Schwingel, Briza media, Zittergras, Cynosurus cristatns, KaMMgra«, Lolium perenne, Lolch, en glischeS RaigraS, Dactylis glomerata, Knäuel» -ra-. -Sie verbreiten sich von den Pole« bi« zumAequator, wo sie am üppigsten sind. -Biele von ihnen, seit undenklichen Zetten rultivirt, daher kaum mehr wild angetroffen, liefern al« Getreidearten dem größten Theile der Menschheit da« tägliche Brod. Hordenm vulgare, die Gerste, und Hord, distidme, zweiteilige Unauthenticated Download Date | 2/25/20 11:33 PM Zweite Abtheilung. Ronoeotyledonische Hamttien. 55 Gerste, Heide mit einer großen Anzahl von Spielarten nach Größe nnv Gestalt der Frucht, Anbau und WuchSzeit (Wintergerste, Sommergerste). In England bi-60°, Rußland 67 -68", Lappland bis znm Nordkap 70", am Obi bis 61", in Kamtschatka bis 56" gebaut, bildet die Nordgrenze der Lerealien; darüber hinaus nur Viehzucht, Jagd und Fischfang. Sie braucht wenigstens 8 -9'4" Sommerwärme, scheut aber die Hitze, daher in de« Tropen nur auf 3 bis 4000' Höhe. Nahrung-pflanze (Mehl, StLrkmehl, Gerstengraupen) bis zur Nordgrenze des Roggen, daun nur noch als Malz zum Vierbrauen benutzt, bis zur Grenze de-WeinftockeS, weiter südlich nur Biehfutter. England braucht jährlich 30 Millionen Scheffel zu Malz und liefert davon gegen 10 Millionen Tonnen vier. Seeale cereale, Roggen oder Korn. (Jede Getreideart wird in den Gegenden, wo sie vorherrschendes Nahrungsmittel ist, Lorn genannt; bei uns also der Roggen, weiter nördlich die Gerste, südlich der Weizen, ReiS u. s. w.). In Nordamerika bis 40" und 50" N., in Skandinavien bis 67°, Rußland bis 62,5", dann weiter östlich nur noch bis 60", in Sibirien bi-50". Lharacteriftisches Getreide für das mittlere Europa, namentlich Nord« deutschland, Polen, Rußland, dann Nordamerika, wenig in England. Eng land daher die -auptabsatzquelle für daS europäische Getreide, braucht jähr lich etwa 10 Millionen Berliner Scheffel, zu denen außer Nordamerika, Irland und Niederlanden, namentlich Preußen, Polen und Rußland (Dan zig und Odeffa Haupthäfen) beitragen. Arena aativa, Hafer. In Schottland bi-58,5", in Norwegen bi-65", in Schweden bis 63,5". Meist nur Biehfutter, in Schottland und Sauer land (Westphalen) Nahrungspflanze. Triticum vulgare, Weizen. Unendliche Varietäten durch die Cultur. Namentlich zwischen 36" und 50" N. in Europa, und zwar in SchottlOßw bis 50", in Norwegen sogar bis 64", in Petersburg bis 60'//, im Inner» Rußlands nur noch bis 51", dann bis 48% in Nordamerika (Canada) bi-50" N. In den Tropen auf Sergen. Bedarf wenigstens 14" Sommerwärme, verträgt aber 20 -21" Winterkälte. Mit ihm zusammen oder an seiner Statt wird in einigen Gegenden Triticum Spelta, Spelt oder Dinkel, gebaut/-der sehr weiße-Mehl liefert, dessen Brod jedoch leicht austrocknet. Oryza sativa, Reis. Nordgrenze wohl 45" N. und 23" mittlere Sommerwärme. Seit den ältesten Zeiten im südlichen Asien gebaut, und dort, wie in China, Japan, Madagaskar, Guinea, Mozambique allgemeines, au der Lüfte des Mittelmeeres gewöhnliches Nahrungsmittel; ebenso in Ame rika, so daß Reis diejenige Nahrungspflanze ist, die die meisten Menschen ernährt. Cultur auf Feldern, die dis zur Fruchtteife unter Wasser gesetzt werden können, doch auch auf Bergen: Vergreis und Sumpfreis, in vielen Spielarten nach Größe, Farbe und Bestandtheilen des LorneS. Die enthülseten Körner nicht nur mit Wasser gekocht oder mit Dampf erweicht, für sich und ohne alle Zuthat genossen, sondern auch aus dem Mehle viele nahr hafte Speisen, namentlich sehr weißeS aber trockene-Brod gewonnen. Arrak auf Malabar, Ceylon, in Goa aus dem Safte der Blüthenkolben der Co-coSund anderer Palmen, Toddy, und aus dem daraus gemachten Lontaarzucker gebrannt, eine geringere Sorte aus diesen Stoffen unter Zusatz von Unauthenticated Download Date | 2/25/20 11:33 PM Beschreib«»-der wichtigste« Pfla«zevfa»we«< 56 Reis, ganz ordinärer, Samsu, a«S bloßem Reis mit Zusatz von Syrup, Anis, Süßholz^ Knoblauch u. f. w. Batavia-Arrak meist aus Reis mit we nig Toddy, hat 50 pCt., Goa Arrak meist auS Toddy mit wenig Reis, nur 16-17pCt. Alkohol, ist aber feiner. Außerdem noch aus einer Menge an derer Samen in Ostindien Arrak gebrannt. Der Reis von Patna in Bengal und von Carolina ist der beste, und die Ausfuhr von da am stärksten. England führt etwa 17 Millionen Pfund ein. Panicum miliaceum, Hirse, und Holens Sorghum, Sorgho, Moh renhirse oder Guineakorn, sowie andre Arten von Panicom und Holens, werden südlich vom 45° N. gebaut; allgemeines Nahrungsmittel find fie je doch nur im heißen Afrika. Zea Mays, Mais, türkischer Weizen, Welschkorn, amerikanischen, vielleicht gleichzeitig auch astatischen Ursprunges; in Amerika bis 12,000' hoch gebaut, bildet dort Aehren von 8-12" Länge und 5 -7" Umfang, und gewährt einen 60-, bei künstlicher Bewässerung einen 300-500 fachen Er trag. Nordgrenze etwa 52'//N., braucht wohl 18° Sommerwärme. DaS Mehl für stch, oder mit anderem gemischt, zu Brod verbacken, liefert die Polenta der Jtaliäner, Puddings der Engländer. Unreife Kolben in Esfig eingemacht. Der zuckerreiche Saft der Stengel liefert Syrup, gegohren gu ten Branntwein, ebenso die gemalzten Körner. Saccharum officinarum, Zuckerrohr. Nirgend mehr wild, überall innerhalb der Wendekreise cultivirt, sogar in Asten bis 30° 91., in Nord amerika bis 32" N. Durch Stecklinge vermehrt, vor der Blüthe im Sep tember die 18' hohen Halme abgeschnittcn, auf eigenen Mühlen zerquetscht, der auSgepreßte Saft wiederholt mit Kalk gekocht, abgeschäumt, kryftallifirt, liefert gelben Rohzucker, MuSkowade und braunen Syrup, Melasse. Der Rohzucker in Europa, zum Theil schon in den Colonien raffinirt, d. h. durch Kochen mit Kalk und Blut, Filtriren durch Spitzbeutel und Kohlen, Ein dampfen über freiem Feuer oder besser im luftverdünnten Raume, Krystalltfiren in emailltrten Eisenblechformen, wiederholtes Decken mit concentrirter Zuckerlösung (früher Thonbrei) von allen stemden Theilen, namentlich auch vom Syrup gereinigt, in Trockenstuben bei 40° C. getrocknet. Zucker gedeiht am besten bei 24-25"C., aber auch noch bei lv'/"C., daher noch an den Küsten des Mittelmeeres in Spanien, Sicilien, RhoduS, Cypern. Für den Handel wichtig find blos Westindien, Brafilien, Guyana, Mauritius, Durbon, China, Südoft-Afien mit seinen Inseln. Die Einfuhr in Europa beträgt jährlich über 12 Mill. Ctr., im Werthe von fast 104 Mill. Thlrn. ohne Zoll und Fracht, die fast 75 pCt. betragen. In Mittel-Europa kommt auf den Kopf jährlich 6 Pfd., in England 24 Pfd., in den Tropen ist er allgemeines Nahrungsmittel. In Westindien werden Zuckerrohrsaft, Melasse. Zuckerschaum und andere Abfälle in Gährung gesetzt, deftillirt und liefern Rum mit etwa 50 pCt. Alkohol. Der feinste aus Zuckerrohrsaft und Melasse, ordinärer bloß aus Melasse, ganz schlechter aus Zuckerschaum und andern Abfällen mit etwas Melasse dargestellt. Unauthenticated Download Date | 2/25/20 11:33 PM Stärkmehl und wird gegessen. 11. Fam. Liliaceae, Lilien. End). 58. Kräuter mit Zwiebeln, Knollen oder Bvschelwurzelv; selten Bäume oder Sträucher mit einfachem, wenig astigem Stock. Blätter am Grunde scheidig, oder umfassend, lineal, flach, zuweilen ruud und röhrig. Blutheu zwitterig, regelmäßig, gipfelstäudig, einzeln, iu Aehren, Trau ben, Köpfchen oder Dolden, oft mit Deckblättchen gestützt oder von Blüthenscheiden eivgehüllt. Sechsblättriger oder sechsspaltiger, blumeublattartiger Kelch. Sechs gegenüberstehende Staubgefäße, unter dem Fruchtknoten oder auf der Blüthenhülle stehend. Der dreifächrige Fruchtknoten, mit einem oder ohne Griffel, mit 1 oder 3 Narben, bil det fich zur Kapsel, selten zur Beere ans, mit zahlreichen, zweireihigen Samen. Das Eiweiß umgibt den cplindrischen, geraden oder gekrümm ten Keim. Die Samenschalen schwarz oder braun. Allenthalben, jedoch vorzüglich in gemäßigt warmen Ländern, die mit entwickeltem Stamme in heißen Ländern; charakteristisch sind sie am Cap. Man kennt 1300 Arten in 75 Gattungen. Alle pflanzen sich mehr durch Knospen audem Durzelstock, al-durch Samen fort. Die Zwiebeln, reich an Schleim, bitterem, harzigem Ertractivftoff, an scharfen, flüchtigen Stof fen und zuweilen an ätherischen Oelen, dienen darnach al-Nahrung und Würze, wie z. B. AUium, Lauch, oder als Arznei, wie Scilla, Meerzwiebel. Die Schößlinge von Asparagus officinalis, Spargel, liefern dabekannte Gemüse. Don Dracaena Draco gewinnt man Drachenblut, eine rothbraune Farbe. Die zähen Bastfasern von Phormium tenax, dem neuseeländischen Hanf, sollen an Weiße und Feinheit der Seide gleichkommen und übertreffen unsern Hanf und Flachan Dauerhaftigkeit. England führte schon 1831 über l1/ Millionen Pfand davon ein; die Zufuhr ist fortwährend im Steigen. Tulipa, die Tulpe, in vielen Arten au-dem Orient im 16. Jahr hundert nach Europa gebracht und cultivirt; namentlich in Holland zur Tulipomanie au-artend (im Garten de-Grafen von Pappenheim 5000 Spiel arten cultivirt). Daß aber für eine Zwiebel 4 -5000 Fl. bezahlt worden feien, ist ein Irrthum. Die Tulpenliebhaberei wurde Veranlassung zur Geldfpeculation; was jetzt Aktie ist, hieß damals Tulpe; mau kaufte und verkaufte Tulpen, ohne daß der Verkäufer solche hatte, noch der Käufer haben wollte. Fritiiiaria imperialis, die Kaiserkrone; die schuppigen Zwiebeln von widerlich betäubendem Gerüche, find giftig. Lilium candidum, weiße Lilie, liefert da-Lilienöl aus den Blättern; die Zwiebel von dieser und anderen Arten in Afien und Nord-Amerika ge braten gegessen. Allium Cepa, Zwiebel, mit vielen Abarten, schon bei den Aegppter« und Juden berühmt, auch jetzt noch im Süden gewöhnliche Speise; bei unwenigsten-Gewürz. Außerdem früher in der Mediciu, jetzt nur noch äußer lich al-Han-mittel. Andere cultivirte Arten sind: AU. Aioalonicro» Scha, Unauthenticated Download Date | 2/25/20 11:33 PM Zweite Abtheilung. Nouaeotyledonische Familien. 59 lotte; A1L fistulösem, Röhrenlauch; All. Sohoenoprasuin, Schnitt lauch; Ali. Porrum, Porre; All. sativum, Knoblauch. Aephodelus ramosus, Affodill, an gebirgigen Orten Süd-Europas, früher die Wurzel Medicin und Nahrungsmittel, war bei den Griechen der Proserpiua geweiht und wurde allgemein auf Gräber gepflanzt. Aloe vulgaris, Aloe; aus dem bitteren Safte dieser und einiger an deren Arten wird die schon seit alten Zeiten gebräuchliche und auch jetzt noch als Arzneimittel geschätzte Aloe bereitet, welche in mehreren Sorten von verschiedener Güte und Reinheit in den Handel kommt. Yucca, holzige, schöne Gewächse aus den südlichen Theilen von Nord-Amerika und Destindien, bei uns als Zierpflanzen in Häusern gehalten; in ihrem Baterlande aus den Blattfasern Gewebe und leichteres Tauwerk ver fertigt. Zu den Liliengewächsen gehören noch als geachtete Zierpflanzen: die Hyacinthe, Hyacinthas, die Traubenhpacinthe, Muscari, ferner Agapanthus, sowie die auf unseren Fluren wild wachsende Zaunlilie, Anthericum, und Milchstern, Ornithogalnm. Die Liliaceen find von den technisch unwichtigen Simsen, Juncaceae Endl. 51., durch die hier trocknen, schuppigen Kelchblätter, von den Zeitlosen, Melanthaceae Endl. 53., durch die auswärts gekehrten Antheren, von den Beerenlilien, Smilaceae Endl. 56., durch Habitus und die nicht schwarze Samenschale unterschieden. Zu den Melanthaceen gehört die giftige Herbst zeitlose, Colchicum autumnale, und die weiße Nieswurz, Veratrwei alb um. Bon den Smilaceen ist zu erwähnen die giftige Einbeere «nsererVälder, Paris quadrifolia, welche Brechen erregt und Gegengift gegen Arsenik, und Sublimatvergiftungen sein soll, und Smilax Sarsaparille, welches in viele« Abarten im wärmeren Amerika wachsend, die verschiedenen Arten der medicinisch höchst wichtigen Sassaparillwurzeln liefert. Auch Convallaria, die Maiblume, gehört hierher. Juncus, die Simse, und Luzula, die Hainsimse, vertreten bei uns die Juncaceen. In China wird eine Art Juncus auf sumpfigen Aeckern unter dem Namen Kin oder Sil iso anstatt des Reis gebaut. 12. Fam. Dioscoreae, Aamspflanzen. Endl. 57. Pereum'reude Gewächse mit fleischig knolligem Wurzelstock und win dendem Stamme; Blätter abwechselnd, selten gegenüberstehend; Blü then zweihäusig, grünlich, klein, sechstheilig. Die männlichen mit sechs Staubgefäßen, die weiblichen mit-unterem dreifächerigem Fruchtknoten, mit drei Griffeln; in jedem Fache 2 auatropische Samen. Frucht eine Kapsel, einbis dreifächorig, die Samen einzeln oder zu zweien; der Keim klein, in einer geräumigen Höhle des Eiweißes. Die Wurzelstöcke mehrerer Arten der AamSpffanzeu, die ursprünglich im asiatische« Archipel zu Hause find, sich aber durch Cultur über die ganze heiße Zone verbreiteten, enthalten außer einem durch Hitze zerstörbaren flüchtigev Stoffe viel Stärkmehl. Sie find daher höchst wichtige Nahrungsmit tel, wie die Farrrswurzel overZgname, Dioscoreaalata, deren Wur-Unauthenticated Download Date | 2/25/20 11:33 PM Wurzelzasern deS Rhizomsitzenden Knollen noch ein feines Gtärkmehl Tikor Tikhur oder Kooa. Die keulig-dreiseitigen Früchte von Amomum aromaticum sind unter dem Namen "lange Cardamomen"" als Gewürz und Heilmittel bekannt. Andere Arten liefern: die kleinen und die run den Cardamomen und die Para dieSkörn er. 19. Fam. Cannaceae, Blumenrohre. Endl. 69. Den vorigen durchaus ähnlich in Bau und Blüthe und eigentlich nur durch das den Embryo umgebende hornige Eiweiß unterschieden, welches den Zingiberaceen fehlt und daselbst durch ein äußeres, den Keimsack umschließendes Eiweiß vertreten wird. Eine kleine Familie von 160 Arten in 6 Gattungen, ersetzt im heißen Amerika und Afrika die Zingiberaceen. Wenig gewürzhaft, enthalten aber im Rhizom viel Stärkmehl. Maranta ariindinacea, Pfeilwurz, auf Ja maika und Ceylon gebaut, gibt 10 pCt. Arrow-Root, wovon England fast y Mill. Pfund einführt. Die frisch aufgelegte Wurzel ist Gegengift gegen daS aus dem Mancinellenbaume bereitete Pfeilgift. Canna indica, indisches Blumenrohr, gehört zu unseren beliebtesten Zierpflanzen. 20. Fam. Musaceae, Bananen oder Paradiesfeigen. Endl. 70. Krautartige, ausdauernde, oft sehr große Pflanzen; Stamm ver kürzt, der Stengel unächt auö den Scheiden der sehr großen, abwech selnden, gestielten Blätter gebildet. Blüthenstand zusammengesetzt ährig. Blüthen zwitterig oder polygamisch, meist unregelmäßig. Blüthenhülle oberständig, in 2 Kreisen, beide kronenartig, sechstheilig. Staubgefäße 6, eins unfruchtbar oder fehlend. Der unterständige dreifächrige Frucht knoten mit einfachem Griffel und gelappter Narbe, bildet sich zur drei fächrigen, 1vielsamigen Beere oder Steinfrucht aus. Die Samen mit mehligem Eiweiß und cylindrischem Embryo. Sehr schätzbare Pflanzen, die in den Tropen, vorzüglich in Südamerika, am Cap, aus Madagaskar und auf den Molukken wachsen. Musa paradisiaca, gem. Pisang, und M. sapientum, Bananen-Pisang, zwei der gewöhnlichsten Culturpflanzen der heißen Zone. Der letztere noch bis 35" N., der innerhalb der Tropen bis 5000" Höhe. In Indien seit Jahrtausenden cultivirt, in vielen, meist samenlosen Spielarten. Die süßen, etwas mehligen, auch wohl säuerlichen, gurkenähnlichen Früchte sind reif oder halbreif, zubereitet oder roh Hauptnahrung mancher Tropen gegenden, und liefern aus einem gegebenen Raume 44 mal mehr Nahrungs stoff, als die Kartoffel. Ihre Abkochung mit Wasser ist gewöhnlicher Trank und liefert gegohren Wein. Die Blüthenknospe gutes Gemüse; die Blätter geben Tischtuch und Teller, Sonnenschirm, Fliegenwedel und Packmaterial; die Fasern der Blattscheiden Taue, Angelschnüre und Kleidung. Ein Stamm gibt 30 bis 40 Pfd. Früchte; dann abgeschnitten, ttägt der neue Schoß nach 3 Monaten schon wieder und so viermal im Jahre. Musa textilis, auf den Molukken und Philippinen, liefert den Manilahanf. Unauthenticated Download Date | 2/25/20 11:33 PM Zweite Abtheilung. Mouocotpledouisch« ge*(fl«t. 66 21. Fam. Najadeae, Najade«. Endl. 71. Schwimmende oder «ntergetauchte Wasserpflanzen mit flache«, riemeuförmigen oder herzförmigen Blättern «nd ««ansehnlichen Blüthe«; Bläthevdeeke ost fehlend; Standgefäße 1-4; Pistille 1-4, einfächerig, einsamig. Frucht eine Kapsel. Im Allgemeinen durchscheinende, zellige Pflanzen, ohne Spaltöffnungen. Außerhalb der Wendekreise gemein. 112 Arten, von denen die Seepflanzea Jod enthalten. Die Blätter von Zostera, Wasserriemen und Anderen, sehr biegsam uud elastisch, getrocknet al» Seegras zum Polstern, an den Küste» zum Streuen de» Biehe» und Dachdecken, in Holland zum Baue der Dämme verwendet. Die Wurzelstöcke mancher Arten von Potamogeton, Laichkraut, gegessen. Ihnen verwandt ist die kleine Familie der Lemnaceae, von denen bei UN» Lemna in mehreren Arten', al» Entengrütze im Sommer unsere Teiche bedeckt, auf deren Grund fie zum Winter hinunterfinkt. 22. Fam. Typbaceae, Rohrkolben. Endl. 72. Krautartige Wasserpflanzen mit kriechendem Wurzelstock und auf» rechtem Stengel, mit wenigen, zweizeiligen, sehr langen Blättern, ge drängtem, walzenförmigem oder kopfförmigem Blüthenstande. Blüthen eiahäustg, klein, sehr zahlreich (an einem mäßig große« weibliche» Blüthenstande von Typha latifolium 99072 Blüthen, bei Sparganium ramosum 120-130 Frnchtknotea), mit zarter fadenförmiger Blüthenhülle. Die männliche« Blüthen über de» weiblichen stehend, 3 Staub fäden; die weiblichen meist mit Deckblättern, sitzende Fruchtknoten, mit ausehnliche» Narben, bilden sich zu Steinstüchten oder emsamigen Kapseln au». 16 Arten in den 2 Gattungen Typha, Rohrkolben, und Sparga nium, Jgelkopf, über die ganze Erde verbreitet, wachsen gesellig in Sümpfen und Teichen, namentlich der gemäßigten Zonen. -Blätter von Böttchern zum Berlirschen der Fässer gebraucht, die Kolben zum Polstern. Der Stärkemehlgrhalt der Wurzelstöcke nicht unbedeutend und zu berücksichtigen.
doi:10.1515/9783111447339-009 fatcat:v7kigyjdjzgzha4eqxt7unve7e