Metabolisches Syndrom : Einfluss der Gewichtsabnahme bei modifiziertem Fasten [article]

Kerstin Schmidt, Universität Des Saarlandes, Universität Des Saarlandes
2010
Den Begriff "Metabolisches Syndrom" prägte 1966 der Franzose J.P. Camus. Camus verstand darunter das gleichzeitige Auftreten von Diabetes mellitus Typ II, Adipositas, Gicht und einer Hyperlipidämie. 1968 beschrieb Prof. Dr. med. Hellmut Mehnert in München ein "Wohlstandssyndrom", das 20 Jahre später als Syndrom X Eingang in die Literatur fand. Reaven bezeichnete 1988 das metabolischem Syndrom als "tödliches Quartett" und fasste es als ein Cluster von Stoffwechselkrankheiten wie abdominelle
more » ... sitas, Glukoseintoleranz oder Diabetes mellitus Typ II, Dyslipidämie und Hypertonie zusammen. In der Definition von Hanefeld und Leonhardt kommt noch die Hyperurikämie dazu [Hanefeld; Leonhard, 1996]. Welche Ursachen das metabolische Syndrom hat, ist nicht sicher bekannt. Die Anzahl, die kausale Bedeutung und die angenommenen Interpendenzen der mit dem metabolischen Syndrom assoziierten Faktoren variiert in der Literatur. Gesichert ist, dass die Adipositas, v.a. die intraabdominale Fettmasse, in der Genese der Insulinresistenz und der Ausbildung von Krankheiten des metabolischen Syndroms eine zentrale Rolle spielt. Als Ursache kommt neben verhaltensbedingten Faktoren häufig eine genetische Disposition in Betracht. Ein metabolisches Syndrom ohne Adipositas kommt kaum vor. Das metabolische Syndrom stellt eine polygenetische Erkrankung dar, die klinisch erst durch Umweltfaktoren wie Fehlernährung (vorwiegend fettreiche Kost), körperliche Inaktivität, Stress und Alkohol manifest wird. Bereits zu Beginn der 60er-Jahre wurde beschrieben, dass Adipositas, Glucosetoleanzstörungen und/ oder LDL-Cholesterin-Vermehrungen oft gemeinsam auftreten [Jahnke, 1969]. Man wusste bereits damals, dass unter diesen Bedingungen oft eine z.T. reversible Hyperinsulinämie auftritt [Liebermeister, 1968]. Durch die Häufigkeit, die hohe Morbidität, die Beeinträchtigung der Lebensqualität und der exzessiven Mortalität kommt dem metabolischem Syndrom eine entscheidende klinische Rolle zu [Olshansky, 2005]. 1998 hat die World Health Organisation eine Definition des metabolischen Syndroms aufgestellt. Danach sind die Bedingungen für die Diagnose erfüllt, wenn außer einer mehr oder minder ausgeprägten Störung der Glucosetoleranz zwei der in der zweiten Spalte aufgeführten pathologischen Veränderungen vorliegen.
doi:10.22028/d291-21204 fatcat:gedvvaa3tjfi3h6trxezgzm3hy