Schätzungen der Helligkeit von (433) Eros

Otto Knopf
1900 Astronomical Notes - Astronomische Nachrichten  
373 3692 374 (258) T y c h e . Mai 30. Luft schlecht. Berechnete Grosse durfte stimmen. (270) A n a h i t a . Sept. 26. Nur wenige Durchgange, weil Chronograph nicht in Ordnung. (313) C h a l d a e a . Dec. 3, Trotz Schneeluft lasst sich constatiren, dass der Planet schwacher ist (10.5) als berechnet (9.6). (324) B a m b e r g a . Nov. 5: Planet von gleicher Helligkeit wie BD. +42?1475, der in der BD. zu 9.4 angegeben ist. (349) D e m b o w s k a . Marz 10. Grosse wegen feuchter Luft nicht
more » ... ter Luft nicht geschatzt. -Marz 11. Planet nicht schwacher als 9.5 Grosse, eher heller. [1899 EY]. Dec. 8. Wegen eintretender Bewolkung Beobachtung abgebrochen. -Dec. 2 2. Wegen Schneeluft Planet kaum zu sehen. Jena, 1900 Nov. 21. Die Vermuthung des Herrn von Oppolzer, dass Eros von veranderlicher Helligkeit sei, kann ich bestatigen. Der Umstand, dass seine Helligkeit von der in der Ephemeride des Berliner Jahrbuchs fur I 902 angegebenen bedeutend abwich, veranlasste mich , der Helligkeitsschatzung in besonderem Maasse mein Interesse zuzuwenden. Im Decerrrber vorigen Jahres fie1 mir die Helligkeitsschwankung des Planeten sehr auf, so dass ich sie fur reell zu halten mich genothigt sah. Durch die ganz annehmbare Hypothese einer Rotation des Eros um seine Axe und einer Inhomogenitat seiner Oberflache schien sie mir auch leicht erklarlich. Naturlich wand ich den Helligkeitsschatzungen fortan noch mehr Aufmerksamkeit zu. Ich war der Meinung, dass ich durch meine Helligkeitsschatzungen viel mehr nutzen konnte als durch meine zum Zweck der Parallaxenbestimmung ausgefuhrten Kreismikrometer-Beobachtungen zu beiden Seiten des Meridians, zumal wegen der im Saalthal Nachts meist auftretenden Trubung der AtmosphHre Eros sechs Stunden westlich vom Meridian nur hochst selten zu bekommen war. Der hohe Stand, welchen der Planet vom December ab bei einbrechender Dunkelheit, wo ich die erste Beobachtung machte, einnahm, erschwerte wegen der dabei nothigen unbequemen Kopfhaltung sowohl die Positionsbestimmung wie auch die Helligkeitsschatzung, indess wird dadurch wohl kaum ein merklicher Fehler in die Helligkeitsschatzung hineingebracht worden sein. Schwere Bedenken betreffs der Zulassigkeit meiner Helligkeitsschatzungen verursachte mir dagegenwie sich spater herausstellte, allerdings unnothiger Weisedie im Laufe des letzten halben Jahres recht stark gewordene Trubung des Objectivs. Die Scheiben zu diesem aus einer Phosphatund einer Borosilicatlinse bestehenden Objectiv riihren noch aus den in den achtziger Jahren im hiesigen Glaswerk von Schott und Gen. vorgenommenen Versuchsschmelzen her, welche zur Herstellung von Objectiven mit vermindertem secundaren Spectrum dienen sollten. Die ersten dieser Forderung genugenden Glassorten zeigten sich jedoch nicht wetterbestandig und kamen deshalb nicht in den Handel, wahrend die in den letzten Jahren auf Grund weiterer syste. matischer Versuche gefundenen Glaser ausser jener optischen Eigenschaft auch die der Wetterbestandigkeit und zwai rnindestens in dem Maasse, wie die alten Silicatglaser vom Fraunhofer'schen Typus besitzen. Die aus jener ersten Zeit noch vorhandenen, unbenutzl daliegenden Scheiben zu zwei Objectiven von I 74 mm Oeffnung bat sich Herr Dr. Pauly von Herrn Dr. Schott aus und scheute lie Mtihe nicht, zwei, wie zu erwarten war, nur eine kurze Leihe von Jahren brauchbare Objective daraus zu schleifen. )as eine derselben besitzt die Grossherzogl. Sternwarte als i n Geschenk der Herren Dr. Schott und Dr. Pauly seit 1895, las andere hat Herrn Fauth in Landstuhl ausgezeichnete Xenste geleistet. Im letzten Jahre sind beide Objective trub ;eworden, das Jenaer Objectiv durfte wohl bereits ein Zehntel ,einer optischen Kraft eingebusst haben und wird daher in leu nachsten Tagen durch ein anderes ersetzt werden. Ich iielt den Verlust an optischer Kraft jedoch fur viel grosser, vahrend es die schneeige, eisnadelhaltige Luft war, welche lie Sichtbarkeit der Sterne mehrere Wochen hindurch stark ,eeintrachtigte. Besonders war in den ersten drei Wochen des Januar lei sehr tiefer Temperatur (Mittel um 7h Morgens und 9h 4bends von Jan. I -I 8 : -I 5?5 bez. -I 300) und bei volliger Windstille die Luft im Saalthal sehr schlecht geworden, so 3ass ich z. €3. Jan. 16 denselben Stern bei 70° Hohe zu 5.5 Grosse schatzte, wie in der BD. angegeben, dagegen bei 2 2 O Hohe zu 9.5 Grosse. Der unvermindert oder nur wenig vermindert erscheinenden Helligkeit zenithnaher Sterne nicht gebuhrend Rechnung tragend, liess idh mich durch die, wahrend lingerer Zeit unausgesetzt schlechten Sternbilder zu der Ansicht verleiten, die Objectivtriibung truge die Schuld, bis ich am 21. Januar, wie ich mich heute noch sehr wohl erinnere und wie auch aus dem Beobachtungsbuch hervorgeht, sehr erstaunt war, die Sterne wieder in der gewohnten Helligkeit zu sehen, nachdem in der vorhergehenden Nacht tiichtiger Regen und Sturmwind die Luft wieder gereinigt hatten. Mit Rucksicht also namentlich auf die fur Helligkeitsschatzungen sehr schlechten Luftverhaltnisse bedurfen die unten folgenden Schatzungen sehr der Reduction, die sich aber ermoglichen lassen wird, weil die Helligkeit von Eros immer mit der von benachbarten Fixsternen verglichen worden ist. Im Folgenden gebe ich aus meinem Beobachtungsbuch die gelegentlich der Positionsbestimmung gemachten, auf die Helligkeit des Planeten sich beziehenden Notizen wortgetreu wieder, obwohl sie fur directe Publication gerade nicht niedergeschrieben waren. So ist z. B. auch die unter dem 7. Jan. verzeichnete Bemerkung, dass Eros am 6. Januar um 7h sehr hell gewesen sei, dagegen urn 1 4~ und ebenso Jan. 7 um 6h und um 1 3~ schwacher als ich erwartet hatte, einfach dem Beobachtungsbuch entnommen und giebt wie manche andere derartige Bemerkung der Oppolzer'schen Behauptung von
doi:10.1002/asna.19001542003 fatcat:wixdvk32brcfhkijefpwcoy54e