Basilika und Baptisterium in Gül-bagtsché (bei Vurla)

G. Weber.
1901 Byzantinische Zeitschrift  
Zwei Stunden westlich von Vurla (Clazomenae) liegt die Ortschaft Gül-Bagtsche (Rosengarten) an dem tiefen Golfe gleichen Namens; dieselbe besteht eigentlich aus drei Niederlassungen: 1) dem Tchiflik mit einem grofsen Park ; eine Stunde vom Meere entfernt, 2) dem Dorf, auf einer Anhöhe erbaut, die nur einen Kilometer vom Meere abliegt, und 3) ein paar Fischerhäusern, die direkt am Ufer stehen. An dieser letzten Stelle lag im Altertum eine Ansiedlung, die sich bis in die christliche Zeit erhalten
more » ... liche Zeit erhalten hat. Zwei grofse Zisternen, die eine überwölbt, viele Ziegel-und Terrakotta-Überreste, Säulen und Bausteine, die die Bauern zum Bau ihrer Kirchen und Schulen hier ausgruben, beweisen es hinlänglich. Vor etwa vier Jahren hat ein Bauer seinen Acker bis auf einen Meter tief abgetragen und so eine grofse Kirche ans Tageslicht gebracht. 1 ) Osteni 1900 begab ich mich dahin, um eine Aufnahme der Ruinen zu machen. Der beiliegende Plan soll nun den interessanten Bau erklären; er ist hinreichend kompliziert, um die unbestimmten Mitteilungen zu rechtfertigen, die mir die ersten Besucher aus Smyrna von den Ruinen gaben. Diese Kirche, vollständig in ihrem Grundplan erhalten, ist genau nach Osten orientiert. Im Westen führte ein 2,20 in breiter Eingang in das Atrium. Die Thüre hatte zwei Flügel, von denen der südliche allein geöffnet wurde; denn hier ist die breite Marmorschwelle auf 8 cm tief ausgetreten. Im Vorhof sind die Spuren noch von drei aufgemauerten Eckpfeilern erhalten, die wahrscheinlich machen, dafs hier eine gedeckte Halle stand, die aber nicht zu einem Thore führte, wohl aber einen Lauf brunnen enthalten hatte, zu dem dann der gegen Norden hin aufgedeckte Abzugskanal gut passen würde. Aus dem Atrium führen zwei Seitenthüren rechts und links in den Narthex, der als eine 4 Meter breite Halle dein Naos vorliegt. An
doi:10.1515/byzs.1901.10.2.568 fatcat:hlys6lp3wrd4fbcymwv7vznna4