Die multiple Neuritis in und nach dem Kriege (Schluß aus Nr. 20.)

Albert Knapp
1922 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Wiederholt ist eine ausgesprochene Entzündung beider Kru. raie s übersehen und die Erschwerung des Gehens und die leichte Ermüdbarkeit als neurasthenisches Symptom gedeutet worden. Charaktpistisch für die leichteren Formen der Kruralneuritiden ist außer d'er Druckempfindlichkeit der Stelle, wo der Nerv unter dem Poupartschen Band hervortritt, die oft unsymmetrische Herabsetzung oder Aufhebung der Kniephänomene, seltener eine Steigerung der Sehnenreflexe bei ungleicher Kontraktion der einzelnen
more » ... tion der einzelnen Muskelpartien. Die Neuritis des N. cutaneus femoris externus, früher besonders bei Wäscherinnen vorkommend, ist unter den rheumati. schen Einflüssen des Krieges häufiger geworden. So häufig die Neuritider der Peronei von jeher gewesen sind, so habe ich doch eine doppelseitige isolierte Entzündung beider Peronei profundi nur bei mir selbst beobachtet. Als ich am 20. XII. 1917 stundenlang in strengster Winterkälte auf den Zug warteu mußte, der für unseren Abtransport bestimmt war, trat sie auf. Sie kündigte sich mit einem Wundgefühl zwischen Großzehe und 2. Zehe an, sodaß ich die Wirkung der gefrorenen Stiefel annahm, bis ich im Quartier auch objektive Sensibilitätsstörungen bei arischeinerd normaler Haut feststellen konnte. Zeitweise hatte, ich empfi dliche Schmerzen beim Gehen auf dem inneren Teil der Zehenballen. Auch die isolierte Entzündung eines Nervus axillaris gehört zu den Seltenheiten; ich habe sie aber, außer bei mir, noch n 2 Fällen unmittelbar nach Kriegsende diagnostizieren müssen. Die stärkste Druckempfindlichkeit findet sich an der Stelle, wo der Nerv sich um den Humerus schlingt, und an der Stelle, wo der Nervus cutaneus humeri posterior abzweigt. Das intermittierende Hinken der Beine, Erbs Dysbasia intermiftens aiteriosclerotica, kommt in seltenen Fällen ohne Heruntergeladen von: NYU. Urheberrechtlich geschützt.
doi:10.1055/s-0028-1132995 fatcat:unma7t6ikjhrpbohjnrjvjvwoa