Zur Kastration bei Hodentuberkulose

P. Beck
1906 Deutsche Zeitschrift für Chirurgie  
Spitalarzt in Wallenstadt. Die Anschauungen fiber den Wert einer operativen Behandlung der Hodentuberkulose haben im Laufe der Zeit manche Ver~tnderungen durchgemacht. In erster Linie ist es die Frage nach der Rechtfertigung der totalen Entfernuug des tuberkulSs erkrankten Hodens, welche die meisten Meinungsverschiedenheiten hervorgerufen hat und welche aueh heute rioeh in ganz entgegengesetztem Sinne beantwortet wird. In energischer Weise gegen die Kastration hat sich vor einigen Jahren A l b
more » ... nigen Jahren A l b e r t ' ) ausgesproehen. Nach seinen Erfahrungen sei die Exstirpation des tuberkulSsen Hodens ohne dauernden Erfolg; sic bedeute nur eine unnStige Verstfimmelung und sei deshalb vollstitndig zu verwerfen. Hauptsi~chlich yon franzSsischen Chirurgen (Lejars2), Longuet3), B o g o l j u b o f f 4) u. a.) sind an Stelle der Kastration die konservativen Eingriffe, wie Resektion des Nebenhodens, AuslSffelung und Kauterisation der Herde usw. beffirwortet worden. Durch die Diskussion auf dem deutschen Chirurgen-kongreB 1901 kam die Frage aufs neue ia Flu~, u n d e s sind seither eine Reihe yon Arbeiten ersehienen, welche die Resultate der Kastration bei Hodentuberkulose in einem giinstigeren Lichte erscheinen lassen. In erster Linie hat v. B r u n s 5) die Kastration warm empfohlen und auf Grund seiner Erfahrungen die Ansieht aufgestellt, 1) Therapie d.
doi:10.1007/bf02791484 fatcat:w4bdnhsn5rfz7nb4xtyscmo7oi