Tierexperimentelle Untersuchungen zum Einfluss eines Statins auf die Heilung der Tibiafraktur [thesis]

Franziska Luttosch, Universitätsbibliothek Der FU Berlin, Universitätsbibliothek Der FU Berlin
2010
Knochen- und Frakturheilungsstörungen verursachen trotz moderner Behandlungstechniken oft lange Leidenswege und große Einschränkungen der Lebensqualität betroffener Patienten. Deshalb ist es ein Ziel der traumatologisch-orthopädischen Forschung, durch neue Therapien Knochenheilungsstörungen erfolgreich zu beeinflussen. Heute stellt die therapeutische Applikation von Wachstumsfaktoren eine Möglichkeit der positiven Beeinflussung von Knochenheilungsstörungen dar. BMP-2 und BMP-7 sind gegenwärtig
more » ... ie effektivsten Wachstumsfaktoren und mit eingeschränkter Indikation für die Behandlung von Knochen- und Frakturheilungsstörungen bereits zugelassen. Als negative Begleiterscheinungen gelten hohe Kosten und die noch nicht endgültig beantwortete Frage nach den Nebenwirkungen. In verschiedenen experimentellen und klinischen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass die erfolgreich als Cholesterinsenker eingesetzten Statine die besondere Eigenschaft der Entfaltung pleiotroper Effekte besitzen. Im Knochengewebe stimulieren Statine die BMP-2-Synthese in Osteoblasten. Die Nutzbarmachung dieser Wirkung für die Knochen- und Frakturheilung wäre überaus positiv, denn durch die Stimulierung der BMP-2-Produktion könnte auf die exogene Applikation von BMP-2 verzichtet werden. Daran anknüpfend war die Zielstellung dieser Dissertation, den Einfluss der lokalen Applikation eines Statins, Simvastatin, auf die Heilung der Tibiafraktur im Fraktumodell der Ratte zu untersuchen. Zur Dosisfindung wurde eine niedrige (3 µg) und eine hohe Dosierung Simvastatin high (50 µg) eingesetzt. Parallel erfolgte der Vergleich sowohl mit einer unbeeinflussten als auch mit einer durch den Wachstumsfaktor BMP-2 (50 µg) beeinflussten Heilung. Für die Methode der lokalen Applikation wurde das Trägermaterial PDLLA ausgewählt und die zu implantierenden Kirschnerdrähte mit PDLLA und Simvastatin oder mit BMP 2 beschichtet. Die Kirschnerdrähte dienten so neben der Frakturstabilisierung auch als Wirkstoffapplikatoren. Nach standardisierter Fraktur der Tibia erf [...]
doi:10.17169/refubium-11265 fatcat:5ke6e4wxsnb6npbv4eaol7ekum