Filariotische Augenerkrankungen der Südsee

A. Leber
1914 Graefe's Archives for Clinical and Experimental Ophthalmology  
Da~ Wesen filarieller Allgemeinerkrankungen und die damit in Zusammenhang stehenden elephantiastischen Dauerzust'gnde ]lessen bei deren klinischer Beobachtung vermuten~ dass, wie alle'iibrigen Teile des Organismus, auch das Auge und seine Adnexe durch pathologische ¥'ergnderungen an dem Infektionsprozess Anteil haben. Die weiteren :Beobachtungen an einem ausgedehnten ophthalmologischen Material in Samoa haben an einer l~eihe yon F~llen die Berechtigtmg dieser ¥ermututig ergeben nnd gezeigt,
more » ... en nnd gezeigt, dass die l~[ikrofilarien a m Auge selbst ebenso mannigfaltige Krankheitserscheinungen auszulSsen ver-mSgen wie. in den iibrigen Teilen des Gesamtorg~nismus. Filarie]le .A.11gemeinerkrankungen sind in tier Siidsee ausserordentlich h~ufig, und wie aus eigenen ]3eobachtungen [Leber uncl yon Prowazek(1)] hervorgeht~ sind etwa 60 °]o der erwachsenen Samoaner entweder mit e]ephant[astischen Erscheinungen behaft~t~ oder haben aus der Anamnese einwandsfrei sich ergebende filariotische Entziindungen durchgemacht. Es ist abet anzunehmen, dass die H~ufigkeit der Erkrankungen noch eine weit grSssere ist, und dass zu irgend einer Zeit des Lebens nahezu ]eder Samoaner eine filariotische Infektion durchmacht (6), yon der es dahingestellt bleiben mag, ob iede zu ausgesprochenen F:~rankheitssymptomen fiihrt. Nach einer Inkubationszeit, die nicht mehr als' sechs W6ehen zu betrage~l braucht~ treten entziindliche Schwellungen namentlich der abh~ngigen KSrperpartien auf, Lymphangitiden, Drfisen-~) Yon einer Reise in die Sfidsee und nach Niederlandisch-Indien yon A. Leber und S. v. Prowazek mit Unterstiitzung des Rei~hskolonialamts, des Hamburger Staats, der Grossherzogl. Badischen Regierung," der Grafin Lulse Bose-Stiftung und privater FSrderer der Wissenschaft.
doi:10.1007/bf02184476 fatcat:54l4x6czoba4bjq5cpdlsvhvsy