Zwei Fälle von Duodenalverletzung

Felix R. Winiwarter
1912 Deutsche Zeitschrift für Chirurgie  
Im heurigen Sommer hatte ich Gelegenheit, kurz nacheinander zwei dutch stumpfe Gewalt entstandene Duodenalverletzungen zu operieren. Nachdem diese F~ille, yon denen tier eine zur Heilung kam, viele interessante Momente darboten, andererseits die Verletzungen des Duodenums noch immer eine ~ul3erst sch]echte Prognose geben und erst 3 F~ille yon Heilung nach der Operation bekannt sind, so erscheint mir die Mitteilung gerechtfertigt. Marie R., 52 Jahre alt, eine magere aber krfiftige B~iuerin,
more » ... tige B~iuerin, wurde am 6. VII. I9II um 7 Uhr abends verletzt. Die Frau war damit beschMtigt, bei den HinterftiBen einer Kuh den Mist mit einer zweizinkigen Gabel wegzurSumen. Durch einen Zuruf ihres betrunkenen Mannes erschreckt, stiel3 sie die Kuh mit der Mistgabel hinein. Die Kuh schlug mit den FtiBen aus ohne die Frau zu treffen, sprang dabei auf die Zinken der Mistgabel, wodurch der Stiel derselben mit groBer Gewalt emporschnellte und die Frau in die rechte Bauchseite traf. Die Yrau empfand sofort heftige Schmerzen, konnte jedoch noch vom Stalle ins Zimmer gehen und ihr Bett aufsuchen, wo sich alsbald galliges Erbrechen einstellte. Um I Uhr nachts wurde Kollege Dr. N a gl er aus Absdorf gerufen, der die Patientin stark kollabiert antraf und die Symptome einer Perforationsperitonitis konstatierte, l)ie Kranke erbrach reichlich galligen, nicht fS.kulent riechenden alkalischen Darminhalt. Der Arzt ordnete zwar die sofortige 12Tberftihrung der Kranken ins Spiral an, doch konnte dieselbe erst am anderen Tag mittags zur Ausfiihrung: gelangen und kam die Kranke erst um 7 Uhr abends, also 24 Stunden nach stattgefundener Verletzung, zur O p e r a t i o n. Die Kranke war sehr blaB, der Puls sehr weich ohne Spannung, i2o SchlS.ge in der Minute, die Temperatur nicht erh6ht. Der Unterleib ziemlich aufgetrieben, leicht gespannt, fiberall, aber besonders rechts, druckempfindlich. Beim Aufsetzen der Kranken findet sich rechts unten der Perkussionsschall etwas abgedS.mpft und das AtmungsgerSusch abgeschwS.cht. Die LeberdSmpfung ist nicht auf-
doi:10.1007/bf02800895 fatcat:fzhzjjukxjcinkpzhhlaopm5la