Paraplegie nach akuter Bursitis

F Auf der Maur, M Kessler
2003 Swiss Medical Forum = Forum Médical Suisse  
389 Eine 81jährige Patientin entwickelte eine Staphylococcus-aureus-Sepsis nach eitriger Busitis olecrani. Im Verlauf kam es zur akuten Paraplegie unterhalb des 10. thorakalen Segments. Im MRI sahen wir eine Nekrose von BWK 7 und 8 mit perifokalem Weichteilplus (Abb.1). In der Autopsie finden wir neben Zeichen der Sepsis ein linksseitiges Pleuraempyem, eine eitrige Spondylitis und Nekrose von BWK 7 und 8, einen paravertebralen Weichteilabszess mit Ausdehnung in die rechten Interkostalräume 6-9
more » ... terkostalräume 6-9 (Abb. 2) und einen Epiduralabszess. Histologisch ist das Rückenmark auf dieser Höhe nekrotisch (Abb. 2). Eine Paraparese oder -plegie durch Rückenmarknekrose bei bakteriellem Infekt kann infolge von Rückenmarkkompression durch Epiduralabszess, Spondylitis mit Wirbelkörperkollaps, Ischämie durch septische Thromboemboli [1] oder Nucleus-pulposus-Emboli mit Wirbelkörpernekrose und sekundärer Superinfektion entstehen. Erreger der nichttuberkulösen Spondylitis ist meist Staphylococcus aureus. Die häufigste Lokalisation ist lumbal; die Gefahr einer Paraplegie ist zervikal und thorakal grösser. Die Diagnose des Wirbelkörperinfarkts wird oft verzögert gestellt, da das MRI erst im fortgeschrittenen Stadium angibt. Patienten ohne neurologische Symptome können konservativ (intravenöse Antibiose für 4-6 Wochen), solche mit neurologischen Ausfällen zudem operativ (Ausräumung des Epiduralabszesses und nekrotischen Knochens, Ersatz mit autologem Knochen und Wirbelkörperfusion) behandelt werden. Die Prognose ist bei rascher Therapie meist gut [2].
doi:10.4414/fms.2003.04844 fatcat:is3pohh7rnh73e73dnrkcrn334