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Panoptische Schnellfärbung

R. Deussing
1918 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Die kombinierte May-Giemsafrbung nach Pappenheim vereint die Vorzüge der Giemsafärbung mit den meisten Vorzügen der Jenner-Grünwaldfärbung '). Sie gewährleistet sowohl die einwandfreie Färbung des Kernes der weißen Blutzellen mit guter Differeniierung des Chromatingerüstes als eine scharfe Darste]lung der Granulationen der Zellen des myeloiscIen Systems und der Aurkörnpng der Lymphzollen, der basophilen Plasmasubstanzen sowie der tinktoriellen Nuancen der roten Blutkörperchen jn allen
more » ... jn allen Feinheiten. Bei der weiten Verbreitung dieser Färbemetbode dürfte ein Verfahren willkommen sein, das die Fitrbedauer herabzusetzen, die Mauipulationen bei der Färbung zu vereinfachen imstande ist, ohne den Vorzügen der Färbung im übrigen Abbruch zu tun. Wir verfahren folgendermaßen: Die Farblösungen sind in Tropftiaschen (etwa 30 cern) vorrätig zu halten. Das in einen Farbtrog (nach Giemsa) gelegte Präparat wird vollständig in dicker Schicht mit May-Grünwalds Eosin-Methylenblau bedeckt und damit für zwei bis drei Minuten fixiert, die Farbe darf während der F.ixationszeit nicht vom Objektträger ablaufen (Deckgläichenausstriche können in derselben Weise in Blockschälchen behandelt werden). Dann werden aus dem Tropfglas 10-15---20 Trôpfen unverd.ünnter Giemsalösung direkt in die auf dem Präparat stehende Farblösung hineìngetropf t, indem sie über das ganze Prä parat verteilt werden. Im Anschlusse daran gibt man aus einer Spritzflasche oder aus einem Standgefäße soviel destilliertes Wasser in den Farbtrog, daß das Präparat völlig und reIchlich bedeckt ist, also etwa bis zur halben Höhe des Farbtroges. Gut umscbütteln. Stehenlassen und nochmals umschütteln. Nach zwei bis drei Minuten die Farbflüssigkeit abgießen, durch frisches Aqua destillata ersetzen, gut umschütteln, noch ein oder mehrere Male Wasser erneuern, bis der bläulichviolette Farbton des Präparats einem leuchtend roten gewichen ist. Dann färbt sich das Wasser nicht mehr bläulich. Trocknen mit Fließpapier. Das Verfahren wird durch die in der letzten Zeit ungleiche Färbekraf t der Giemsalösung beeinträchtigt, in demselben Maße wie jede andere Giemsafärbung. Es ist deshalb beim Gebrauche neuer Lösungen unter Umständen eine neue Prüfung der nötigen Färbezeit erforderlich. Im allgemeinen kann man sagen, daß man nicht leicht überfärben kann, da man durch längeres Wässern einen Ueberschuß an Intensität der Färbung wieder rückgängig machen kann. Wir färbten im Sommer 1917 2 Minuten mit May-Grünwald und 1-2 Minuten mit Giemsa (bei 8-10 Tropfen Giemsafarbe). Jetzt sind für die Giemsaiärbung meistens 2---3 Minuten nötig. Im allgemeinen dürfte diese Zeit reichlich genügen, im Noti alle muß sie verlängert werden. Von der Dauer des Wässerns hängt viel ab, bei sckrä. cherer Färbung genügt kurzes Spülen mit Aqua destillata. Durch Vermehrung der Giemsatropfenzahl ist natürlich ebenfalls leicht zu korrigieren. Wir bekommen trotz der erwähnten Ungleichrnäßigket der Farb. lösungen immer gute Färbungen bei einer Gesamtfärbezeit von höchstens fünf bis sechs Minuten. Gute Ausstriche sind natürlich we für jede gute Färbung Voraussetzung.
doi:10.1055/s-0028-1134427 fatcat:fdt4mqp3abfqrog4bl2bohgp24